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ErnÀhrung

(Weitergeleitet von Allgemeines zum Futter)

Fisch ist gesund. Wer sich aber ausschließlich von Fisch ernĂ€hrt, und dabei noch auf mit Antibiotika und Chemikalien verseuchten Fisch zurĂŒckgreift, wird bald ĂŒber Mangel- und Vergiftungserscheinungen klagen. Eine abwechslungsreiche ErnĂ€hrung mit möglichst unbelasteten Nahrungsmitteln ist fĂŒr uns Menschen selbstverstĂ€ndlich.

Da ChamĂ€leons bekanntermaßen recht sensible Tiere sind, sollte man versuchen, hier Ă€hnlich zu handeln: Es ist nicht ausreichend, nur mit den ĂŒblichen Heimchen und MehlwĂŒrmern zu fĂŒttern. Das Angebot an Futtertieren stellt heute eine ganze Reihe von Alternativen bereit, die das Spektrum erweitern sollen.

Inhaltsverzeichnis

Vielfalt:

Ein möglichst breites Menu an lebenden Insekten sollte stĂ€ndig angeboten werden: neben Grillen sind Heuschrecken, Stabheuschrecken, Goldfliegen, Waldschaben, grĂŒne Schaben, Ofenfischchen, MehlwĂŒrmer, Wachsmotten und deren Larven leicht beschaffbares, da im Onlinehandel ganzjĂ€hrig verfĂŒgbares Futter. Die meisten dieser Futtertiere lassen sich auch ohne großen Aufwand selbst zĂŒchten. Somit sind 8 Sorten stĂ€ndig verfĂŒgbar. Weitere kann man im Winter zukaufen, wĂ€hrend im Sommer auch Insekten von „draußen“ gefĂŒttert werden können: Raupen, Schnecken, GrashĂŒpfer, Nachtfalter, Wespen, BlattlĂ€use etc. Selbst kleinste Insekten wie Ofenfischchen oder Asseln werden auch von großen ChamĂ€lens liebend gern geschossen!
In der Natur sind ChamĂ€leons stĂ€ndig auf der Suche nach Insekten, und finden dort ĂŒber den Tag verteilt viele kleinere (KĂ€fer, Raupen, Fliegen), und nur wenige grĂ¶ĂŸere Kerbtiere. Analog dazu kann man lieber mehr Ofenfischchen, KĂ€fer oder kleine Heuschrecken anstatt ausgewachsener Wanderheuschrecken und -Schaben geben. ChamĂ€leons sind JĂ€ger, aber keine Aasfresser. Toten "getrockneten" Futtertiere aus der Dose fehlt es an wichtigen Inhaltsstoffen und vor allem Wasser. Es sollte deshalb selbstverstĂ€ndlich sein, ausschliesslich lebende Insekten zu verfĂŒttern.

QualitÀt:

Was viele nicht wissen: der Darminhalt des Futtertieres wird ja mitgefressen und ist von enormer Wichtigkeit beim VerfĂŒttern von Lebendfutter, stellt er doch einen betrĂ€chtlichen Teil des gerade gefressenen Insekts dar. (Siehe „Gutloading“) Im Zooladen bekommen die Futterinsekten tagelang kein Futter und fressen dann die Pappe an. Pappe besteht aus Klebstoffen, Bleichmittel, Harzen usw. – Oft findet man in den Heimchenboxen auch Fischfutterflocken und Hundefutter (beides mit sehr Protein- und Phoshpor-haltig). VerfĂŒttert man frisch gekaufte Grillen oder Heuschrecken, muss man sich im Klaren sein, was da mit dem Insekt in den Magen des ChamĂ€leons gelangt.
Wie viel wertvoller ist da ein vorher von uns angefĂŒttertes Insekt, das Vitamin- und Calcium-reiches Obst, GemĂŒse oder WiesenkrĂ€uter fressen konnte! Der Aufwand fĂŒr das AnfĂŒttern der Futtertiere (im Englischen auch bekannt als "gutloading": "den Darm fĂŒllen") betrĂ€gt maximal 5 Minuten am Tag, und sollte es wert sein.

Bei Fliegen (Drosophila, Terfly etc) muss man wissen, dass dem Futterbrei gerne „Nipagin“ beigemischt wird, damit dieser Brei nicht schimmelt. Gerade Jungtiere reagieren auf Nipagin gern mit einer höheren Ausfallrate oder bekommen oft schon „von Anfang an“ SchĂ€den an den inneren Organen, die man oft jahrelang nicht bemerkt. Warum also nicht einfach den Futterbrei selbst herstellen und dem Schimmel vorbeugen, indem man schlicht weniger, dafĂŒr aber hĂ€ufiger davon in die ZuchtglĂ€ser gibt. Futterzucht in der Wohnung?

Grillen und Heuschrecken kann man einfach eine Handvoll Gras und Wiesenkreutern geben, oder einfach ein paar Streifen von einer Karotte abschĂ€len und in die Box werfen. So gelangen nicht nur wertvolle Vitamin- und Ballaststoffe in ĂŒber das Futter in das ChamĂ€leon, auch Wasser wird so transportiert. Viele Raubtiere nehmen das nötige Trinkwasser ausschließlich ĂŒber ihre Beute auf. Obwohl ChamĂ€leons gerne Wassertropfen von BlĂ€ttern auflecken, wird eine Menge Wasser ĂŒber die Futtertiere transportiert. Von Chamaeleo chamaeleon und Chamaeleo namaquensis weiß man zum Beispiel, dass es in der Natur wochenlang ohne Regen und Tauwasser leben muss. Ohne eine Aufnahme von Wasser ĂŒber die Futtertiere wĂ€re dies nicht möglich.

Einzelne Futtertierzuchten werden unter Futtertiere und Futtertierzuchten vorgestellt.

Vitamine/Mineralstoffe

Futter ist nicht nur fĂŒr die Aufrechterhaltung des Kreislaufs zustĂ€ndig, sondern liefert in Form von Vitaminen und Mineralstoffen wichtige "Bauteile" und "Betriebsstoffe" fĂŒr den Körper. Calcium und Phosphor sind wichtig fĂŒr den Knochenaufbau, Magnesium fĂŒr die Muskulatur. Ohne Vitamine kann der Körper nicht funktionieren und Mangelerscheinungen wie Blindheit, HĂ€utungsschwierigkeiten, Rachitis und andere Krankheiten sind die Folge, letztendlich der Tod. In der Natur sorgen gesund angefĂŒtterte Futterinsekten und eine enorme Vielfalt an Futtertieren, sowie die UV Strahlung der Sonne fĂŒr die Versorgung mit diesen Stoffen. Im Terrarium muss man hier unter UmstĂ€nden nachhelfen. Mehr dazu im Kapitel Vitamine und Futtertiere

Trinkwasser:

Quelle

www.farbdrachen.de

Literatur

Futtertiere von Frank Bruse, Michael Meyer, und Wolfgang Schmidt ( 2003) Futtertierzucht. Lebendfutter fĂŒr Vivarientiere (DATZ-TerrarienbĂŒcher) von Ursula Friederich und Werner Volland (August 2005)