Es ist natĂŒrlich auch möglich, ChamĂ€leons in einem Terrarium zu halten, in dem der Boden lediglich mit KĂŒchenkrepp ausgelegt wird und die Pflanzen in ihren jeweiligen PflanzbehĂ€ltern eingestellt werden. Dies ist zum Beispiel bei QuarantĂ€ne-Terrarien nötig, um die Reinigung zu erleichtern, die Hygiene aufrecht zu erhalten und die Vermehrung von Bakterien- und Keimen zu verhindern.
Allerdings ist eine Bepflanzung mit natĂŒrlichen Pflanzen und das Einbringen eines geeigneten Bodengrundes nicht nur aus optischen GrĂŒnden von Vorteil, sondern auch fĂŒr die Aufrechterhaltung einer höheren Luftfeuchtigkeit zu empfehlen.
Dabei sollte eine Gesamthöhe des Bodengrundes von ca. 20 - 30 cm nicht unterschritten werden, um den Pflanzen ausreichend tiefe zum Wurzeln zu gewÀhren. Der Bodengrund in Terrarien mit weiblichen ChamÀleons sollte mindestens eine Höhe von 25-30cm aufweisen, um eine reibungslose Eiablage zu gewÀhrleisten, da die Tiere ihre Eier nicht oberflÀchlich vergraben.
Der ideale Bodengrund fĂŒr ChamĂ€leonterrarien sieht schematisch aus wie folgt:
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Drainageschicht
Die unterste Schicht des Bodens besteht idealerweise aus einer Drainageschicht, beispielsweise Seramis oder anderes Tongranulat. Dieses bindet ĂŒberschĂŒssige Feuchtigkeit und gibt sie langsam wieder ab. Somit verhindert man ein "versumpfen" des Bodengrundes, aber auch gröĂere Wasseransammlungen im Bodenbereich erfolgreich.
Es kann zwischen Tongranulat und Seramis unterschieden werden, wobei Tongranulat nur halb so viel Wasser speichert wie Seramis. Bei Verwendung von Tongranulat sollte daher der Einbau eines Ablaufs am Terrariumboden in Betracht gezogen werden.
Ăber der Drainageschicht sollte eine Trennung aus z.B. Edelstahl- bzw. Aluminiumgaze, Fliegengitter/-netz oder einem verrottungsfreien Flies erfolgen, um ein Ausgraben der Drainageschicht zu verhindern.
Erdschicht
FĂŒr den eigentlichen Bodengrund, die Erdschicht, kommen alle Substrate in in Frage, die in begrenztem MaĂe Feuchtigkeit speichern und den Tieren, durch GröĂe und Beschaffenheit, keinen Schaden zufĂŒgen können.
Empfehlenswert ist Laubwalderde, es kann aber auch ein Sand-Torf Gemisch im VerhĂ€ltnis 1:1 verwendet werden, wobei Torf ökologisch nicht unbedenklich ist. NatĂŒrlich ist auch herkömmliche (ungedĂŒngte) Blumenerde(Sackware) mit einem pH-Wert unter 7,0 verwendbar, allerdings sollte darauf geachtet werden, daĂ diese Perlite- und Vermiculitefrei ist.
ZusĂ€tzlich sollte man das Substrat noch mit Laubwalderde beimpfen (Beimpfter (lebendiger) Bodengrund). Am besten eignet sich dafĂŒr die oberste Erdschicht unter Buchenfalllaub, Ă€ltere Moospolster oder der Boden unter einem vermodernden Laubholzstamm sowie Teile dieses Stammes. Mit diesen ZusĂ€tzen zum Bodengrund bringt man eine rege Kleinlebewelt in den Terrarienboden ein, die dabei hilft, unentdeckte Kot- und Futterreste zu beseitigen, den Boden locker zu halten und nicht zuletzt ein kompetitives Umfeld zu schaffen, welches die Vermehrung potentiell schĂ€dlicher Bakterien hemmt.
BodenoberflÀche
Die BodenoberflÀche kann, je nach Art des im Terrarium gehaltenen ChamÀleons, unterschiedlich gestaltet werden.
ErdchamÀleons
, zum Beispiel, benötigen unbedingt eine Schicht aus Laub, kleinen Ăsten und Zweigen um ihnen genĂŒgend Kletter- und Versteckmöglichkeiten anzubieten.
Desweiteren kann man die OberflĂ€che mit Moospolsten und kleinwĂŒchsigen Farnen bepflanzen, welche zusĂ€tzlich Feuchtigkeit aufnehmen und durch Verdunstung wieder an die Luft abgeben. Auch die Wassertropfen, die sich im Moos und auf den Farnen sammeln werden von einigen ChamĂ€leonarten zum Trinken angenommen.
Bei den baumbewohnenden ChamĂ€leons spielt die BodenoberflĂ€che eher eine untergeordnete Rolle und kann mit verschiedensten, ungiftigen Pflanzen, Moosen und Farnen bestĂŒckt werden, aber auch Laub eignet sich sehr gut.
Warnhinweis
RindenstĂŒcke, Holzschnipsel, Kleintierstreu, Hanf- und Kokosfasern und reiner Sand haben im ChamĂ€leonterrarium nichts zu suchen, da diese Substrate bei einer versehentlichen oder gezielten Aufnahme zu DarmverschlĂŒssen oder sogar schweren inneren Verletzungen fĂŒhren können, die oftmals sogar tödlich enden.


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