{$this->lang->words['jump_to_content']}

Ernst Ahl

Datei:Beispiel.jpg
Vorname Nachname

Dr. Christoph Gustav Ernst Ahl (*01.09.1898, Berlin; †14.02.1945, vermisst in Nevesinje/Jugoslawien) war ein deutscher Ichthyologe, Herpetologe und Aquarianer.


Inhaltsverzeichnis

Kurzbiografie

Christoph Gustav Ernst Ahl, ein deutscher Ichthyologe, Herpetologe und Aquarianer, wurde am 1. September 1898 in Berlin geboren. Er besuchte das Gymnasium in Berlin-Lichtenberg, aber kurz vor seinen AbschlussprĂŒfungen, im Jahre 1916, wurde er als Frontsoldat in ein Artillerieregiment im 1. Weltkrieg einberufen. Nach seiner Entlassung im Jahre 1919, trat er in die Friedrich-Wilhelm (heute Humboldt) UniversitĂ€t in Berlin ein, um Naturwissenschaften, insbesondere Zoologie zu studieren. Er sich dem örtlichen Terrarium Verein „Triton“ (Triton Gesellschaft fĂŒr Vivarienkunde 1888 e.V.) angeschlossen und wurde bald darauf auch Mitglied im „Salamander“, dem VorgĂ€nger der DGHT. Ahl promovierte (Dr.phil. 1921) fĂŒr seine systematische ÜberprĂŒfung der Fische in der Familie Chaetodontiae. Im Januar 1921 bekam er eine Anstellung als wissenschaftlicher Assistent in der ichthyologischen und herpetologischen Sammlung des Zoologischen Museums der UniversitĂ€t. Die prĂ€chtige Sammlung von Amphibien und Reptilien des Museums, eine der grĂ¶ĂŸten und bedeutendsten in der Welt, wurde in den 1820er Jahren von Hinrich Lichtenstein begonnen und von seinen Nachfolgern, A. F. A. Wiegmann, F. H. Troschel, Wilhelm Peters und Gustav Tornier erweitert. Nach Tornier's Pensionierung im Jahre 1923, wurde Ahl Kurator fĂŒr Herpetologie, setzte aber seine Forschungen ĂŒber Fische fort. Er war von 1927 bis 1934 Redakteur der neuen deutschen Aquarium Zeitschrift "Das Aquarium", in welcher er regelmĂ€ĂŸig ĂŒber Fische, Amphibien und Reptilien schrieb. Ahl war auch politisch aktiv und trat, als Adolf Hitler im Jahr 1933 Kanzler wurde, der NSDAP und der SA bei, aber Ahl wurde, offenbar fĂŒr sein undiszipliniertes Verhalten, im Jahr 1939 ausgeschlossen.

Ahl's Arbeit am Museum waren auch undiszipliniert. Die meisten seiner wissenschaftlichen Veröffentlichungen sind taxonomischer Natur und er beschrieb zahlreiche neue Taxa von Amphibien und Reptilien, insbesondere Frösche. Jedoch hatte er keine eingehende Kenntnis der Literatur gehabt und seine Methodik war oberflĂ€chlich und unvorsichtig. Eine sehr kleine Anzahl seiner beschriebenen Arten sind heute noch gĂŒltig - schĂ€tzungsweise nur 16% der von ihm beschriebenen Frösche. Seine spektakulĂ€re Neuheit, jedoch war eine neue Echse aus SĂŒd-China, der er den Namen Shinisaurus crocodilurus (1930) und in eine neue Familie Shinisauridae gab. Es bleibt bis heute das einzige Mitglied dieser Familie, benannt nach dem Expeditionsleiter, Shu-szi Sin, dessen Nachnamen die Deutschen fĂ€lschlicherweise als "Shin" ĂŒbersetzten. Alles in allem, veröffentlichte Ahl, ohne seine beliebten Artikel in "Das Aquarium", rund 100 Titel ĂŒber Fische (1921-1940) und etwa 65 ĂŒber Amphibien und Reptilien (1923-1939). Seine umfangreichsten herpetologischen BeitrĂ€ge waren eine Übersicht ĂŒber die afrikanischen Frösche der Gattung Hyperolius (1931) und Band 3 von "Das Tierreich" eine Vergleichsliste ĂŒber die Frösche der Welt (1931: Band 1-2 [1923, 1926 ] wurden von Fritz Nieden veröffentlicht).

Am 27. August 1939, fĂŒnf Tage vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, wurde Ahl in den Armeedienst zurĂŒckbeordert. Er kĂ€mpfte in Polen, wo er verwundet und anschließend nach Nord-Afrika verlegt wurde. SpĂ€ter wurde er auf dem Balkan, als Offizier der zehnten Armee KĂŒsten-Artillerie-Einheit, in der Herzegowina stationiert. Am 14. Februar 1945 wurde er, in einer Region westlich von Nevesinje, etwa 75 km sĂŒdwestlich von Sarajewo als vermisst gemeldet. Er wurde bereits am 31. MĂ€rz 1941 vom Museum entlassen worden, ob dies aber wegen seiner langen Abwesenheit fĂŒr den militĂ€rischen Dienst war, oder auf Grund seiner Leistungen am Museum, ist nicht bekannt.


Beschriebene ChamÀleonarten

synonyme Formen


Ihm zu Ehren benannte Reptilienarten

  • Anolis ahli (BARBOUR, 1925)
  • Cryptoblepharus ahli (MERTENS, 1928)


Literatur

  • Ahl, E. (1924): Neue Reptilien und Batrachier aus dem zoologischen Museum Berlin. Archiv fĂŒr Naturgeschichte 90 (A) 5: 246-254
  • Ahl, E. (1925): Neue Iguaniden aus dem Zoologischen Museum Berlin. Zool. Anz. 62: 85-88
  • Ahl, E. (1925): Herpetologische Notizen. Zool. Anz. 65 (1/2): 18-20
  • Ahl, E. (1925): Über zwei neue Schlangen des zoolog. Museums Berlin. Zool. Anz. 63: 271-272
  • Ahl, E. (1926): Neue Eidechsen und Amphibien. Zool. Anz. 67: 186-192
  • Ahl, E. (1926): Neue Eidechsen und Amphibien. Zool. Anz. 67: 186-192
  • Ahl, E. (1927): Zool. Anz. 70: 252
  • Ahl, E. (1927): Zur Kenntnis der Chamaeleontiden Madagaskars. Zool. Anz. 72: 47-48.
  • Ahl, E. (1930): BeitrĂ€ge zur Lurch- und Kriechtierfauna Kwangsi's. Sitzungsberichte der Gesellschaft naturforschender Freunde vom 1. April 1930 (privately published); Berlin: 329-331
  • Ahl, E. (1930): Der Helmgecko. Das Aquarium 4:190-191
  • Ahl, E. (1932): Beschreibung einer neuen Schildkröte aus Australien. Sber. Ges. naturf. Freunde, Berlin 1932: 127-129
  • Ahl, E. (1933): Ergebnisse der Celebes und Halmahera Expedition Heinrich 1930-32. Reptilien und Amphibien. Mit. zool. Mus. Berlin 19: 577-583 [1935]
  • Ahl, E. (1933): Zur Kenntnis der afrikanischen WĂŒhlschlangen der Gattung Eryx. Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde Berlin 30: 324
  • Ahl, E. (1933): Beschreibung einer neuen Eidechse aus dem Senegalgebiet. Zool. Anz. 101: 326-329
  • Ahl, E. (1935): Beschreibung einer neuen Eidechse aus Westaustralien. Zool. Anz. 112: 204-205
  • Ahl, E. (1937): Über eine neue europĂ€ische Eidechse. Zool. Anz. 117: 155-157
  • Ahl, E. (1940): Über eine Sammlung von Reptilien aus El Salvador. Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde Berlin 1940: 245-248


Links

The Reptile Database/AHL 7 Arten