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Fütterungstips

So schön lebendfutterverzehrende Tiere auch sind, ein mehr oder minder großes Problem tut sich dabei meistens auf: das Futter lebt eben noch während des Fütterns.

Die Vorstellung von wegspringendem Ungeziefer wie Heimchen, Heuschrecken und Co, das es sich dann im Haus bequem macht, ist für viele ein Horror und sicher ein großes Kontra bei der Überlegung über die Anschaffung eines Reptils. Geschichten von ganzen Heimchenplagen, die einem dann Nachts mit ihrem Zirp-konzert den Schlaf rauben, Schabennestern, Fliegenproblemen und so weiter halten viele Leute vom Kauf ab. (Dabei soll die Fliegenpopulation im Haus doch eigentlich durch ein Chamäleon eingedämmt werden?!) Füe diejenigen, die sich aber trotz allem für die Anschaffung eines oder mehrerer Chamäleons (oder anderer lebendfutterfressender Tiere)entschieden haben, seien im Folgenden ein paar Tipps dagelegt, um die Gefahr eines Insektenproblems weitestgehend gering zu halten.


Inhaltsverzeichnis

Der gute Rat schlechthin: Joghurtbecher.

Viele Halter haben einen speziellen Futterbecher, bevorzugt Joghurt oder Schlagsahne (es können aber auch Vanillepudding und Rotweincreme sein) in ihrem Terrarium stehen. Hauptkriterium: die Innenwände müssen glatt sein, sodass das Futter nicht daran hochklettern kann. Weitere Kriterien: Der Becher sollte so groß sein, dass das Futter im besten Fall auch nicht herausspringen kann user posted image Auf die äußere Erscheinung des Bechers wird weniger Wert gelegt. Der Liebling kann sich sein Futter dann ganz bequem und praktisch aus dem Becher angeln, äh, schießen. Als Nachteil wird von vielen bemängelt, dass das Chamäleon bei dieser Fütterform nicht besonders viel tun muss. Der Jagdinstinkt wird vernachlässigt (Ah, Becher wird befüllt, hinlaufen, reingucken, für ein Tier entscheiden, schießen, mampf, fertig). Es sollte darauf geachtet werden, dass der Becher nicht zu voll ist, dass er gut erreichbar ist und gut von weiter weg beobachtbar (damit das Chamäleon das Futter auch wahrnehmen kann).


Die Pinzette - Freund oder Feind?

Die Fütterung per Pinzette ist weit verbreitet. Herrchen/Frauchen taucht die etwa 30cm lange, rostfreie Pinzette angeeckelt in den Futtertierbehälter, kreischt hysterisch, wenn sich darin etwas ruckartig bewegt, fängt irgendwann auch ein Tier und hält es dann noch angeeckelter dem Chamäleon vor die Nase. Das Chamäleon findet das entweder super und langt zu oder aber es faucht die Pinzette genervt an, die ganze Mühe war umsonst. Wenn ein Tier sich mit dem langen Stahlgerät angefreundet hat, hat die Pinzettenfütterung Vorteile: Man kann das Futtertier vor der Fütterung problemlos bestäuben, man sieht genau, wieviel das Chammäleon letzenendes frisst und hat damit eine gute Übersicht. Nachteil ist das relativ große Risiko, dass ein Futtertier entkommt. Z.B. indem es sich ein Bein ausreisst, oder auch 2, an denen man es festgehalten hat. Beine sind an der Pinzette, der Rest ist aber weg und wahrscheinlich schon mittels den übrigen Beinen über alle Berge, oder unter dem nächsten Schrank.


Die Heuschrecke - ein Sonderfall? Oder auch "Die Frei-im-Terrarium-natur-ähnlichste-Fütterung"-Fütterung

Viele Chamäleonhalter, die die Bechervariante, aus was für Gründen auch immer, ablehnen, bevorzugen dafür die wohl naturähnlichste Form der Fütterung: Futtertier aus dem Behälter nehmen, Futtertier bestäuben, Futtertier ins Terrarium schmeißen - fertig. Das Chamäleon kann so seinen Jagdinstinkt ausleben, es bekommt seine Opfer nicht auf dem Tablett, äh, im Becher, serviert, sondern kann bzw. muss sie aufspüren, verfolgen, warten, beobachten und dann hinterlistig zuschlagen bzw schießen. Ist das nicht ein Spaß? Es rangen sich Horrorgeschichten um Futtertiere, die nicht gefunden und gefressen werden. Diese verkriechen sich in den schönen teuren Korkrückwänden und kommen nur Nachts raus, um ein Zirp-Konzert zu veranstalten, um das Chamäleon anzufressen und sich wunderbar im Terrarium zu vermehren. Man betone, Horrorgeschichten. Das so etwas derartiges vereinzelt vorkommen mag ist sicher logisch, aber man sollte nicht direkt davon ausgehen, dass so etwas die Regel darstellt. Viel größer ist das Risiko, dass eine Grille, oder was auch immer, zufällig mal aus dem Terrarium springt - sei es beim Füttern, bei Arbeitem im Terrarium, beim Blumengiessen oder sonstwas. Naja, wie dem auch sei. Als Rat sei hier verzeichnet, dass man immer ein Stückchen Futtertierfutter im Terrarium hat, z.b. ein Stückchen Möhre eignet sich gut für viele Grillen und Heimchen, aber auch für Heuschrecken. So stellen Sie sicher, dass Ihr Tier gut genährte Futtertiere verspeist und dass die Futtertiere eine Alternative zum Chamäleon oder den anderen Pflanzen haben, wenn sie den Drang verspüren, etwas anknabbern zu müssen. Bei Heuschrecken ist diese Füttermethode übrigens -in meinen Augen- am angebrachtesten: Sie sind tagaktiv und werden somit Ihr Chamäleon Nachts in Frieden lassen, werden aber Tagsüber beim herumklettern wahrgenommen. Wenn sie mal entkommen ist das nicht ganz so tragisch: Sie sind groß, leicht zu fangen und vermehren sich nicht besonders schnell unter der Spülmaschine. Die Bechermethode ist wegen der enormen Sprungweite der Heuschrecken ausserdem ziehmlich sinnlos.


Tiefgefroren?

Naja - nicht ganz. Aber einige Leute sollen doch tatsächlich auf die Idee gekommen sein, ihre Futtertiere kurz vor der Fütterung mal ordentlich kaltzustellen. Im Winter auf den Balkon, im Sommer in den Kühlschrank (Gemüsefach?!). Gar nicht mal so dumm: je kühler es ist, desto langsamer werden die Stoffwechselaktivitäten im Tier und je langsamer und träger wird auch das Tier selbst. Die ermöglicht einen einfacheren und sichereren Umgang mit besonders flinken Futtertieren wie einigen Schabenarten.


Eingenässt!

Ein Tipp für das Problem des Bestäubens: Das Pulver ist überall, nur leider nicht am Futtertier! Es will und will nicht halten, selbst wenn man das superteure statisch aufgeladene kauft. Naja eigentlich hält es schon, aber trotzdem greifen einige darauf zurück, das Futtertier mal kurz in Wasser zu tauchen, bevor es sind Vitaminbad geht. Dadurch bleibt viel Pulver am Tier heften. Dabei sei allerdings Vorsicht geboten: Durch die nun hohe Konzentration von Pulver am Futtertier besteht die Gefahr einer Überdosierung mit Vitaminpräparaten. Das wird die gutgemeinte Geste des bestäubens mal schnell zuviel des Guten, besonders Nierenprobleme können die Folgen sein.