Die Fortpflanzung von Chamäleons gestaltet sich von Art zu Art sehr unterschiedlich. Einige Arten (z.B. Trioceros bitaeniatus, Zweistreifenchamäleon) bringen lebende Junge zur Welt (viviovipar), während die meisten anderen Arten Eier legen (ovipar).
In beiden Fällen bildet das Weibchen sogenannte Follikel in den Eileiter aus, die dann nach einer erfolgreichen Verpaarung im Mutterleib heranreifen.
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eierlegende Arten (ovipar)
Bei den eierlegenden Arten entsteht im Laufe der Trächtigkeit eine weiche Eischale um den Embrio. Nach Ablauf der Trächtigkeit, sucht das Weibchen am Boden nach einer geeigneten Stelle, an der es die Eier vergraben kann. Dabei nimmt das Weibchen oft einige „Probegrabungen“ vor und erst wenn es von der Qualität des Ablageplatzes überzeugt ist, gräbt es den entgültigen Gang, indem es dann die Eier hineinlegt. Dieser Vorgang kann mehrere Tage in Anspruch nehmen und schwächt die Tiere sehr. Es ist äusserst wichtig, daß die Weibchen während der Probegrabungen und Eiablage nicht gestört werden. Es besteht die Gefahr, daß die Tiere den Ablegevorgang abbrechen und nicht wieder aufnehmen. Die Eier verbleiben dann im Mutterleib und sobald der Oxytocinspiegel im Blut gesunken ist, bleiben die Wehen aus und das Weibchen ist nichtmehr in der Lage, die Eier abzulegen. Es wird dann an „Legenot“ eingehen. Die Anzahl und Größe der Eier hängt, wie auch die Dauer der Trächtigkeit und Inkubation von der Chamäleonart ab.
Die Inkubation (das „Brüten“) dauert bei manchen Arten wenige Monate, bei anderen mehrere Jahre (Calumma parsonii), in denen die Jungtiere unter der Erde in den Eiern heranreifen. Meist überdauern sie so eine oder mehrere Trockenzeiten der Natur und schlüpfen dann zu Beginn der nächsten Regenzeit. Bei vielen Arten löst ein Schlüsselreiz (z.B. Ansteigen der Temperatur und Feuchtigkeit) einen nahezu gleichzeitigen Schlupf aller Tiere aus.
(Ei-)lebendgebärende Arten (ovovivipar)
Da in höheren Berglagen die Temperatur oft zu gering ist, um die Eier auszubrüten, oder die Umgebung unwirtlich ist (felsiger Boden, wenig oder ungeeignete Grabungsmöglichkeiten), legen manche Arten keine Eier ab, sondern lassen die Jungtiere länger im Mutterleib heranreifen. Nach dem Ende der Trächtigkeit, die in diesen Fällen erheblich länger dauert als bei den eilegenden Arten, streifen die Tiere die fertig entwickelten Jungtiere an Zweigen ab. Die Jungtiere befinden sich zwar auch hier immernoch in einer „Kapsel“, die ist in diesen Fällen aber äusserst dünn und wird nach wenigen Sekunden verlassen. Man spricht deshalb hier auch von „unecht lebendgebärend“.
Jungtiere
Nach dem Schlupf verlassen die jungen Chamäleons die Stelle zügig und zerstreuen sich schnell. Ein Dottersack wird innerhalb der nächsten Stunden oder Tage verbraucht, spätestens dann müssen die Tiere anfangen zu jagen. Bereits die kleinen Tiere beherrschen den Umgang mit der Schleuderzunge perfekt und erjagen sich so kleinste Insekten wie Fliegen, Springschwänze und Spinnen. Nach 6 Monaten ( Furcifer lateralis )bis 2 Jahren ( Calumma parsonii ) sind die Tiere dann je nach Art geschlechtsreif und können sich verpaaren.
Vorratsbefruchtung
Bei vielen Arten ist eine sogenannte „Vorratsbefruchtung“, lat. Amphigonia retardata bekannt. Nach einer Verpaarung ist das Weibchen in der Lage, mehrere Gelege ohne weitere Verpaarung abzulegen. Allerdings nimmt die Zahl der befruchteten Eier eines Geleges von Mal zu mal ab.
unbefruchtete Gelege
Auch ohne Verpaarung produzieren die Weibchen Eier. Diese werden im besten Fall wieder resorbiert (zurückgebildet), oder einfach fallengelassen. In einigen Fällen verkleben die unbefruchteten Eier im Mutterleib und das Weibchen kann sie nicht ablegen und verstirbt. Solche unbefruchteten Eier werden auch als Wachseier bezeichnet. Sie verschimmeln innerhalb weniger Tage oder Wochen
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