Franz Steindachner (*11. Nov. 1834, in Wien; †10. Dez. 1919, in Wien) war ein österreichischer Ichthyologe und Herpetologe.
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Kurzbiografie
Franz Steindachner, ein berühmter österreichischer Ichthyologe und Herpetologe, wurde am 11. November 1834 in Wien geboren. An der Wiener Universität studierte er ursprünglich Jura, obwohl sein Hauptinteresse der Wissenschaft galt. Einer seiner Lehrer, Eduard Seuss, ein Geologe, interessierte ihn für Studien fossiler Fische, und so startete er seine Karriere in Ichthyologie. 1860 begann Steindachner am Naturhistorischen Museum in Wien mit Fischen zu arbeiten. Als L. J. Fitzinger, 1861, in den Ruhestand ging, übernahm Steindachner sein Kuratorenamt, welches auch die Herpetologie mit einschloß. Schließlich wurde er, 1874, Leiter der zoologischen Abteilung und 1898 Direktor des Museums, eine Stellung, die er bis zu seinem Tod in Wien, am 10. Dezember 1919, behielt.
Steindachner war dafür verantwortlich, die wiener Sammlung, nicht nur durch Sammlungen des österreichischen Militärs und Ankauf von Exemplaren privater Sammler (oft durch eigenes Kapital finanziert), sondern auch durch seine eigenen Expeditionen in Nord- und Südamerika, Afrika, und dem Mittleren Osten, zu einer der größten Sammlungen der damaligen Zeit auszubauen. Er beaufsichtigte 1895 die Rote Meer-Expedition und 1903 eine Reise nach Brasilien, seine letzte große Expedition. Wegen seiner immer mehr Zeit raubenden administrativen Aufgaben wurden die herpetologischen Sammlungen schließlich durch Friedrich Siebenrock gepflegt.
Steindachner ist als Ichthyologe bestens bekannt, aber er veröffentlichte auch fast 60 herpetologische Titel (1862-1917), einschließlich seines Hauptwerkes, der Amphibien und Reptilien Teil der Umsegelung durch die österreichische Fregatte "Novara" (1867). Diese Monografie beschrieb eine Sammlung von beinahe 1000 Exemplaren, welche entlang der Route des Schiffs in Südamerika, Afrika, Ceylon, Java, China, Australien und Neuseeland gesammelt, sowie anderen Sammlungen, die gekauft oder von österreichischen Staatsangehörigen in Übersee (darunter Johann Natterer in Brasilien und Fredinand Stoliczka in Indien) gespendet wurden.
Die anderen wichtigen herpetologischen Arbeiten Steindachner's waren eine Monografie über Schlangen und Echsen der Galapagos Inseln (1876), welche er persönlich besucht hatte, und eine weitere über die Schlangen Formosas (Taiwan)(1913). Sein vielleicht größter Erfolg war die Entdeckung der einzigartigen Echse "Lanthanotus borneensis", den er 1878 beschrieb. Dieses Werk demonstriert auch auf nette Weise, die Arbeit eines der besten naturgeschichtlichen Künstler, Eduard Konopickys, der regelmäßig die Arbeiten von Steindachner illustrierte. Er hatte die spezielle Fähigkeit, lebensechte Posen sowie Details der Beschuppung, in Lithografien einzufangen, die in vielerlei Hinsicht modernen Illustrationen weit überlegen sind.
Beschriebene Arten
valide Formen
- Chamaeleo chamaeleon musae (STEINDACHNER, 1900)
- Trioceros hoehnelii hoehnelii (STEINDACHNER, 1891)
- Kinyongia tavetana (STEINDACHNER, 1891)
- Rhampholeon (Rd.) boulengeri (STEINDACHNER, 1911)
synonyme Formen
- Chamaeleon graueri (STEINDACHNER, 1911) syn. Chamaeleo (T.) johnstoni (BOULENGER, 1901)
- Rhampholeon affinis (STEINDACHNER, 1911) syn. Rhampholeon (R.) spectrum (BUCHHOLZ, 1874)
Ihm zu Ehren benannte Reptilienarten
- Cercolophia steindachneri (STRAUCH, 1881)
- Chelodina steindachneri (SIEBENROCK, 1914) Dinner-plate Turtle
- Cyrtopodion kotschyi steindachneri (STEPÁNEK 1937) Europäischer Nacktfinger
- Diplodactylus steindachneri (BOULENGER, 1885) Steindachner's Gecko
- Kinosternon subrubrum steindachneri (SIEBENROCK 1906) Florida Mud Turtle
- Lioscincus steindachneri (BOCAGE, 1873)
- Micrurus steindachneri steindachneri (WERNER 1901) Steindachner's Coral Snake
- Palea steindachneri (SIEBENROCK, 1906) Nackendornen-Weichschildkröte
- Phrynocephalus steindachneri (BEDRIAGA, 1907) Steindachner's Toadhead Agama
Literatur
- Steindachner, F. 1891. Bericht über die von Herrn Linienschiffsleutenant Ritter von Höhnel während der Graf Samuel Telekis ostafrikanischer Expedition gesammelten Reptilien. Sber. Akad. Wiss., Wien 100 (1): 307-313.
- Steindachner, F. 1911. Vorläufiger Bericht über drei neue Arten aus der Familie Chamaeleontidae. Anz. Akad. Wiss. Wien 10: 177-179.
Links
The Reptile Database/STEINDACHNER 40 Arten


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