Franz Joseph Maria Werner (*15.08.1867, Wien; †28.02.1939, Wien) war ein österreichischer Zoologe und Entdecker.
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Kurzbiografie
Der Zoologe und Entdecker, Franz Joseph Maria Werner, wurde am 15. August 1867 in Wien geboren. Sein Vater begeisterte ihn für Amphibien und Reptilien, als er sechs Jahre alt war. Als frühreifer Gymnasiast erhielt er Anleitung und Ermutigung durch die Korrespondenz mit George A. Boulenger und Oskar Boettger, deren Umfang und die Art der Forschung Werner nacheiferte. Nach seiner Promotion an der Universität Wien (1890) und einem Jahr der Weiterbildung in Leipzig, kehrte er an die Universität zurück, wo er Ausbilder am Zoologischen Institut wurde und im Jahr 1919 bis zum Ordinarius aufstieg. Im Jahre 1933 ging er in den Ruhestand und starb am 28. Februar 1939, in Wien.
Während seiner Amtszeit an der Universität, unterrichtete Werner zahlreiche Studenten, nicht nur in Herpetology sondern auch in Entomologie, da er sich gleichermaßen für Insekten interessierte, insbesondere an Orthopteren. Unter seinen Herpetologie-Studenten befanden sich Georg Haas, Walter Mosauer und Otto von Wettstein. Werner war auch ein begeisterter Forschungsreisender, vor allem von Südost-Europa, Kleinasien, Nordafrika und den Inseln des östlichen Mittelmeers. Trotz rauer See und schwieriger Landungen, erkundete er 45 der griechischen Inseln, die letzte von ihnen (Thasos) im Alter von 71 Jahren und weniger als ein Jahr vor seinem Tod.
Obwohl er sich in der Nähe des Naturhistorisches Museum in Wien, mit seinen umfangreichen herpetologischen Sammlungen befand, verhinderten die persönlichen Feindseligkeiten des damaligen Direktors Franz Steindachner, die Arbeit mit diesen Sammlungen. In seiner Jugend war es der größte Wunsch Werners gewesen, zum Personal des Museums ernannt zu werden, aber Steindachner hatte ihn abgelehnt, da er in ihm wahrscheinlich einen ernstzunehmenden Konkurrenten sah. Folglich begründete Werner seine Forschungen, bis zum Tode Steindachner's (1919), auf die Sammlungen der anderen europäischen Museen und auf seine eigene große Privatsammlung, welche später, von seinen Söhnen, dem Wiener Museum gespendet wurde.
Trotz dieser Erschwernis hat Werner über 550 Titel veröffentlicht, die große Mehrheit über Herpetologie. Diese Arbeiten betonen, Taxonomie und Faunistik und die Fauna der Welt, aber es gibt auch Papiere über Anatomie und das Verhalten. In seinem Eifer, neue Taxa zu bestimmen (er hat benannte 24 Gattungen von Amphibien und Reptilien, und über 400 Arten und Unterarten), hatte er sich gelegentlich geirrt und benannte einige bekannte Schlangenarten von Exemplaren, deren Herkunftsort verwechselt wurde oder überhaupt keine Fundortangaben hatten, aber seine anderen Veröffentlichungen waren sehr fachkundig.
Werner's erste wichtige faunistische Arbeiten, im Jahre 1897, befassten sich mit Österreich-Ungarn und den so genannten Besatzungs-Gebieten (Teil des Balkans), gefolgt von einer über den Bismarck-Archipel östlich von Neu-Guinea (1900) und viel später, über Griechenland (1938). Seine primären taxonomischen Monographien umfassten eine über Chamäleons (1902), eine dreiteilige Serie über die Familie der Echten Nattern (1923, 1924, 1929), und mehrere Ausgaben der Serie "Das Tierreich". Werner schrieb auch den Abschnitt über Amphibia für das "Handbuch der Zoologie" (1930) und schrieb, zusammen mit Rodolpho Kraus, einem ehemaligen Kollegen aus Wien, welcher später Direktor des Instituto Butantan in Brasilien wurde, ein Standardwerk über Giftschlangen und deren Gifte (1931).
Im Gegensatz zu den meisten seiner zeitgenössischen Kollegen, war Werner den populären oder semi-populären Schriften nicht feindlich gesinnt. Durch seine kleine Ausgabe "Amphibien und Reptilien" (1910) und auch durch die beiden herpetologischen Bände der vierten Ausgabe von Alfred Brehm's "Tierleben" (1912-1913), welches die größte Abhandlung seiner Karriere war, trug er maßgeblich zur Popularität der Terrarium-Haltung in den deutschsprachigen Ländern Europas bei.
Beschriebene Chamäleonarten
valide Formen
- Kinyongia matschiei (WERNER, 1895)
synonyme Formen
- Brookesia dentata (WERNER, 1911) syn. für Brookesia dentata (MOCQUARD, 1900)
- Brookesia tuberculata (WERNER, 1911) syn. für Brookesia tuberculata (MOCQUARD, 1894)
- Chamaeleon affinis (WERNER, 1911) syn. für Trioceros affinis (RÜPPEL, 1845)
- Chamaeleon axillaris (WERNER, 1911) syn. für Furcifer pardalis (CUVIER, 1829)
- Chamaeleon basiliscus (WERNER, 1911) syn. für Chamaeleo africanus (LAURENTI, 1768)
- Chamaeleon bifidus (WERNER, 1911) syn. für Furcifer balteatus (DUMÉRIL & BIBRON, 1851)
- Chamaeleon caffer (WERNER, 1911) syn. für Bradypodion caffrum (BOETTGER, 1889)
- Chamaeleon calcarifer (WERNER, 1911) syn. für Chamaeleo calyptratus (DUMÉRIL & BIBRON, 1851)
- Chamaeleon chamaeleon chamaeleon (WERNER, 1911) syn. für Chamaeleo chamaeleon chamaeleon (LINNAEUS, 1758)
- Chamaeleon cristatus (WERNER, 1911) syn. für Trioceros cristatus (STUTCHBURY, 1837)
- Chamaeleon damaranus (WERNER, 1911) syn. für Bradypodion damaranum (BOULENGER, 1887)
- Chamaeleon dilepis isabellinus (WERNER, 1911) syn. für Chamaeleo ruspolii (BOETTGER, 1893)
- Chamaeleon fischeri matschiei (WERNER, 1911) syn. für Kinyongia matschiei (WERNER, 1895)
- Chamaeleon gracilis (WERNER, 1911) syn. für Chamaeleo gracilis (HALLOWELL, 1844)
- Chamaeleon gutturalis (WERNER, 1911) syn. für Bradypodion gutturale (SMITH, 1849)
- Chamaeleo jacksonii jacksonii (WERNER, 1911) syn. für Trioceros jacksonii (BOULENGER, 1896)
- Chamaeleon matschiei (WERNER, 1895) syn. für Kinyongia matschiei (WERNER, 1895)
- Chamaeleon melanocephalus (WERNER, 1911) syn. für Bradypodion melanocephalum (GRAY, 1865)
- Chamaeleon montium (WERNER, 1911) syn. für Trioceros montium (BUCHHOLZ, 1874)
- Chamaeleon namaquensis (WERNER, 1911) syn. für Chamaeleo namaquensis (SMITH, 1831)
- Chamaeleon tornieri (WERNER, 1902) syn. für Kinyongia fischeri (REICHENOW, 1887)
- Rhampholeon brevicaudatus (WERNER, 1911) syn. für Rieppeleon brachyurus (GÜNTHER, 1893)
- Rhampholeon spectrum (WERNER, 1911) syn. für Rhampholeon (R.) spectrum (BUCHHOLZ, 1874)
Ihm zu Ehren benannte Reptilienarten
- Achalinus werneri (VAN DENBURGH 1912)
- Aparallactus werneri (BOULENGER 1895)
- Atractus werneri (PERACCA 1912)
- Chamaeleo werneri (TORNIER 1899)
- Chamaelycus werneri (MOCQUARD 1902)
- Dipsadoboa werneri (BOULENGER 1897)
- Iguanognathus werneri (BOULENGER 1898)
- Pachydactylus werneri (HEWITT 1935)
- Pseudotrapelus sinaitus werneri (MORAVEC 2002)
- Uracentron azureum werneri (MERTENS 1925)
- Xenodon werneri (WERNER 1924 )
Literatur
Werner, F. (1896): Über einige Reptilien aus Usambara (Deutsch-Ostafrika). Verhandlungen der Kaiserlich-Königlichen Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Wien, 45 [1895]:190—194.
Werner, F. (1899): Ein neues Chamaeleon aus Madagascar (Chamaeleon axillaris). Zool. Anz. 22: 183- 184.
Werner, F. (1902): Prodromus einer Monographie der Chamäleonten. Zool. Jahrb. Syst. 15: 295- 460.
Werner, F. (1911): Das Tierreich - Chamaeleonidae. Walter de Gruyter, Berlin, 27: xi + 52 pp.
Links
The Reptile Database/WERNER 113 Arten


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