Furcifer lateralis ( TeppichchamÀleon )
Familie: ChamÀleons (Chamaeleonidae)
Unterfamilie: Echte Chamaeleons (Chamaeleoninae)
Gattung: Furcifer
Untergattung:
Art: Artname
Unterart:
Deutsche Bezeichnung: TeppichchamÀleon
Furcifer lateralis
Erstbeschreiber: GRAY, 1831
diese Art unterliegt dem Washingtoner Artenschutz-Abkommen II, Anhang B!
Erwerb und Abgabe sind daher meldepflichtig.
Weitere Hinweise dazu bitte bei den verlinkten Artikeln Gesetze und Meldepflicht nachlesen!
Das TeppichchamĂ€leon ist ein Endemit Madagaskars. Das heiĂt die natĂŒrliche Verbreitung beschrĂ€nkt sich ausschlieĂlich auf Madagaskar. Das gilt ĂŒbrigens fĂŒr die gesamte Gattung Furcifer. Bis auf den Norden und Nordwesten der rund 592000 kmÂČ groĂen Insel ist das TeppichchamĂ€leon ĂŒberall anzutreffen.
Es sind bisher zwei verschiedene GröĂen der Tiere bekannt, die kleinere Lokalform misst etwa 20cm, die gröĂere, hĂ€ufig als major bezeichnet, erreicht ĂŒber 30cm. Ob es sich um eine eigenstĂ€ndige Unterart oder eine Lokalform handelt ist noch unklar, derzeit ist major als Unterart nicht anerkannt. Die kleinere Form wird analog dazu gerne fĂ€lschlicherweise als Furcifer minor bezeichnet. Furcifer minor ist allerdings eine andere, eigenstĂ€ndige Art (siehe Furcifer minor )
TeppichchamÀleons werden bei optimaler Haltung bis zu 5 Jahre alt. In freier Natur sterben die erwachsenen Tiere allerdings jedes Jahr im Winter. Nach 2,5 Jahren stellen sie die Fortplanzung ein (F.W. Henkel & S. Heinecke, 1996).
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Aussehen
Im Gegensatz zu den meisten anderen ChamĂ€leonarten sind hier weibliche Tiere intensiver gefĂ€rbt als die MĂ€nnchen. WĂ€hrend der Balz und der TrĂ€chtigkeit zeigt sich die FĂ€rbung am besten. Die Tiere haben normalerweise eine grĂŒne Grundfarbe. Seitlich zieht sich ein weiĂer Streifen vom Kopfende bis zum Schwanzansatz. MĂ€nnliche TeppichchamĂ€leons werden maximal 20-28 cm groĂ. Die Weibchen sind etwas kleiner. Damit zĂ€hlt das TeppichchamĂ€leon zu den mittelgroĂen Arten. Den lateinische Name F. lateralis hat es wegen den auffĂ€llig hellen Seitenstreifen (=Lateralstreifen) erhalten. In Höhe der Seitenstreifen befinden sich 3-4 rundliche bis ovale Flecken, deren Erscheinungsbild an einen Teppich erinnern.
Lebensraum
Das TeppichchamĂ€leon (Furcifer lateralis) ist eine auf der gesamten Insel Madagaskar (bis auf Nord- und Nordwestmadagaskar) vorkommende ChamĂ€leon-Art. Als Kulturfolger findet man es sogar in den GĂ€rten von Antananarivo. Entsprechend der betrĂ€chtlichen Verbreitung kann der Lebensraum sehr variieren. Er reicht von Grassavannen, bis zu tropischem Regen- und Trockenwald. Die vertikale Verbreitung geht bis 2000 m ĂŒNN.
Klima
Das Klima ist tropisch mit einer Tagesamplitude von ca. 10°C und einer Jahresniederschlagsmenge von durchschnittlich 2000 mm/a. Deutlich trockener wird es im SW Madagaskars. Die Temperaturschwankungen nehmen im Gebirge und Landesinneren zu. Die Luftfeuchtigkeit betrĂ€gt tagsĂŒber 60-70 % und steigt nachts auf ĂŒber 90 % an. Im Terrarium sollte die Temperatur am Tag 20-30°C und in der Nacht 16-22°C, im Spotbereich 30-35°C betragen. Eine Simulation der Jahreszeitlichen Temperaturschwankungen (Winterruhe/Trockenzeit) im Terrarium ist empfehlenswert.
Haltung
Furcifer lateralis ist eine sehr unruhige und aggressive ChamĂ€leonart. Da die Tiere recht aktiv sind empfielt sich trotz der geringen KörpergröĂe ein gerĂ€umiges Terrarium mit den maĂen 60x40x120 oder gröĂer. Analog zum Habitat liegt die Luftfeuchtigkeit bei 60-80% tagsĂŒber und steigt in der Nacht auf > 90%, was man durch mehrmaliges BesprĂŒhen am Tag problemlos erreichen kann. GĂŒnstig wirkt sich auch eine groĂzĂŒgige Substratschicht aus, welche die Feuchtigkeit puffert. Echte Pflanzen sollten auch unbedingt in einem Terrarium sein.
Von Anfang Mai bis Ende September kann diese Art im Freien gehalten werden, wenn die Temperaturen nachts nichtmehr unter 10°C fallen. Sollte es lĂ€ngere Zeit auch tagsĂŒber kĂŒhl bleiben, kann man eine Spotbirne zum aufwĂ€rmen Installieren. StĂ€ndig muss Trinkwasser in Form einer TropftrĂ€nke, sowie ausreichend SchattenplĂ€tze vorhanden sein.
Inkubation und Aufzucht der Jungtiere
Furcifer lateralis-Weibchen lassen ihre Eier gerne auf den Boden fallen, statt sie zu verbuddeln. Die Tragezeit dauert 30-52 Tage Die Eier werden in Vermiculit inkubiert. Die ersten 45 Tage bei 25°C. Dann simuliert man eine kalte Phase, indem man die Eier ca. 40 Tage bei ca. 10-15°C inkubiert. Dann hĂ€lt man die Temperatur bis zum Schlupf der Jungtiere bei 24-27°C. Bei diesem Vorgehen schlĂŒpfen die ChamĂ€leons nach ca. 180 Tagen. SCHMIDT (1999) erwĂ€hnt Zeitigungsdauern von 154-378 Tagen. BRUINS gibt eine Zeitigungstemperatur von 25-28°C in den ersten 45 Tagen und eine Temperatur von 12-18°C in den nĂ€chsten 45 Tagen an. Danach wird die Temperatur wieder auf 25-28°C hochgedreht. Auch eine BebrĂŒtung bei einer konstanten Temperatur von 24-25°C sei möglich, wobei die Jungen dann nach 5-6 Monaten schlĂŒpfen.
Die Nachzucht muss man evtl. getrennt aufziehen, da TeppichchamĂ€leons untereinander unvertrĂ€glich sind. DOST & DOST (l.c.) hielten ihre 10 Jungtiere in einem Terrarium mit den MaĂen 60 x 60 x 60 cm, ohne dass es zu Schwierigkeiten gekommen wĂ€re. Das Terrarium wurde mit einer 15W Heizmatte und mit einer 50W HQL Birne âde Luxeâ erwĂ€rmt (am Boden 18-22°C und im oberen Drittel 25°C). Nach drei Monaten können die Tiere eine LĂ€nge von 10 cm erreichen und nach 4-6 Monaten geschlechtsreif sein.
Literatur
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BRUINS, E. : Terrarien EnzyklopĂ€die - Karl MĂŒller Verlag, S. 210.
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DOST, U. & K. DOST (2001): Erfahrungen bei der Pflege und Nachzucht des TeppichchamĂ€leons. - REPTILIA, Natur- und Tierverlag, MĂŒnster, 6(30): 55-60.
DUMĂRIL, A. M. C. & G. BIBRON (1836): Erpetologie GĂ©nĂ©rale ou Histoire Naturelle Complete des Reptiles. Vol. 3. - Libr. EncyclopĂ©dique Roret, Paris, 216 pp.
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GRAY, J. E. (1865): Revision of the genera and species of Chamaeleonidae, with the description of some new species. - Ann. Mag. Nat. Hist. (3)15: 340-354.
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NECAS, P. (1999): ChamÀleons, bunte Juwelen der Natur. - Edition Chimaira, Frankfurt/M.
RAXWORTHY, C. J., E. MARTINEZ-MEYER, N. HORNING, R. A. NUSSBAUM, G. E. SCHNEIDER, M. A. ORTEGA-HUERTA & A. T. PETERSON (2003): Predicting distributions of unknown reptile species in Madagascar. - Nature 426: 837-841.
SCHMIDT, W. (1986): Ăber die Haltung und Zucht von Chamaeleo lateralis (GRAY, 1831).
SCHMIDT, W. (1999): Rubrik âRat und Tatâ der REPTILIA Nr. 15, 4(1): 87, Natur und Tier-Verlag, MĂŒnster.
SCHMIDT, W., K. TAMM & E. WALLIKEWITZ (1996): ChamĂ€leons, Drachen unserer Zeit. - Natur und Tier-Verlag, MĂŒnster.
SCHMIDT, W. & K. LIEBEL (1997): Reise in den SĂŒdosten Madagaskars. - Natur und Tier-Verlag, MĂŒnster, REPTILIA 5: 33-38.
Weblinks
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