Heutzutage sind im Handel eine Vielzahl verschiedenster Futtertiere zu bekommen. Abwechslung auf dem Speiseplan ist für Chamäeleons essentiell. Die wichtigsten Futtertiere sind hier kurz vorgestellt. Ein paar Futtertier-Onlineshops sind hier gelistet.
Eine kleine Übersicht der gängigsten Futterinsekten
Heuschrecken (Locusta migratoria und Schistocerca gregaria)
Heuschrecken sind leicht erhältlich. Frisch geschlüpfte Exemplare haben eine Größe von ca 4mm, ausgewachsene Imagos können dagegen bis zu 7 cm groß werden. Ein hochwertiges Futterinsekt. Kein Schädlingspotential. Können frei verfüttert werden, weil sie sich nicht verstecken und oft potenzierte Plätze aufsuchen, wo sie schnell gefressen werden können.
Unterscheidung: Ich unterscheide die beiden gängigen Heuschreckenarten (Wander- und Wüstenheuschrecken) daran, dass die Wüstenheuschrecken ein eher "gitterartiges", durchsichtiges Auge haben wo man am Boden einen schwarzen Punkt sieht als Pupille, zudem sind die Jungtiere dieser Art wesentlich bunter als die der Wanderheuschrecken. Wanderheuschrecken haben komplett schwarze Augen und ihre Jungtiere sind schlicht orange/schwarz gefärbt. Desweiteren fallen sie durch ihre geringere Größe gegenüber den Wanderheuschrecken auf
Schaben (Blaptica dubia, Rhypharobia maderae, Blaberus craniifer, Shelfordella tartara, Panchlora nivea)
Schaben sind sehr hochwertiges Futter. Im Fachhandel sind die unterschiedlichsten Schabenarten verfügbar, die große Unterschiede in der Akzeptanz als Futtertier, als auch im Schädlingspotential aufweisen. Sehr geringes bzw kein Schädlingspotential weisst Panchlora nivea (Grüne Schabe) auf. Vorsicht bei Arten wie Shelfordella tartara oder Periplaneta ssp.
Grillen und Heimchen (Gryllus bimaculatus, Gryllus assimilis, Gryllodes sigillatus, Acheta domestica)
Gängige Futterinsekten, werden gern gefressen. Zirpen laut und ausdauernd, können sehr weit und hoch springen und entwickeln oft ein beachtliches Geruchspotential. Hochwertiges Futter. Leider Schädlingspotential. Für eine eigene Futtertierzucht eignen sich Gryllus assimilis (Steppengrillen) am besten, da sie das geringste Schädlingspotential der o.g. Arten besitzen und weniger ausdauernd Zirpen.
Wachsmaden (Galleria mellonella und Achroea grisella)
Sehr hoher Nährwert, sollte daher nur sporadisch verfüttert werden. Beide Arten können sich problemlos durch Plastik fressen und klettern mühelos glatte Flächen empor. Bitte daher immer fest verschlossen aufbewahren! Nistet sich nicht als Hausschädling ein, kann sich aber bis zum Verpuppen durch viele Stoffe, Bücher und Tapeten hindurchfressen und Schaden verursachen.
Fliegen
Sehr gern genommen werden alle Arten von Fliegen. Die "Goldfliege" ist im Futtertierhandel erhältlich. Fliegen steigern die Aktivität der Chamäleons, da sie aktiv im Terrarium "auf der Jagd" sind so und nicht nur von Pinzette oder aus dem Becher gefüttert werden.
Fliegenmaden, die später zur Verpuppung und zur fertigen Fliege werden, kann man günstig im Angelfachgeschäft erwerben. Hier liegen die Preise deutlich unter denen im Zooladen. Ferner bekommt man mit Glück und nett nachfragen die Maden noch günstiger oder umsonst, die schon verpuppt sind. Diese sind für das Angelgeschäft sowieso unverkäuflich und würden von diesen entsorgt werden.
Fruchtfliegen (meist Drosophila melanogaster und Drosophila hydei)
zur Aufzucht von Jungtieren eignen sich Fruchtfliegen, auch als Drosophila bekannt. Sie gibt es als kleine (Drosophila melanogaster) und große (Drosophila hydei) Form jeweils flugunfähig oder flugfähig gezüchtet. Zuchtansätze und sogenannte "Instantpulver" gibt es im Zoofachhandel. Bei der Zucht sollte man aufpassen, dass es nicht zu Verpaarungen zwischen flugunfähigen und (wilden) flugfähigen Fruchtfliegen kommt, da die Nachkommen sonst ihre Flugunfähigkeit verlieren.
Mehlwürmer
Die Larven der Mehlkäfer (Tenebrio molitor) bilden das wohl bekannteste Futter für insektenfressende Tiere. Sie sind leicht zu züchten und haben einen hohen Akzeptanzwert bei fast allen Tieren. Durch ihren hohen Protein und Fettgehalt sind sie jedoch nur eingeschränkt als Futter zu empfehlen. Man sollte sie selten und nur als Zusatzfutter reichen. Mehlwürmer darf man keinesfalls als Alleinfutter verwenden, da dies zur Verfettung der Tiere oder u.U. sogar zu einer vergiftung führen kann! Ferner bergen Mehlwürmer durch ihre Lebens und Ernährungsweise ein gewisses Schädlingspotential, da sie sich u.U. in heimischen Vorräten einnisten kann.
Zophobas
Die Larven des Schwarzkäfers (Zophobas morio) bilden durch ihre Größe ein gutes Futter für größere Tierarten. Sie haben einen besseren Nährwert als Mehlwürmer, sind jedoch durch den ebenfalls hohen Fett- und Proteingehalt nur als Zusatzfutter geeignet.
Schnecken
aufgrund des Calciumanteils von Gehäuseschnecken sind diese eine wertvolle Ergänzung auf dem Speiseplan. Wie immer ist beim Einsammeln von Schnecken zu Beachten, daß gefangene Tiere nicht unter Naturschutz stehen dürfen. Weinbergschnecken sind zum Beispiel tabu.
Tebo-Rauben
Diese Rauben der südamerikanischen "Motte" Chilocomadia moorei werden wild an Trevoa trinervis-Büschen in Chile gesammelt. Sie haben einen guten Nährwert (nach Aufwertung durch entsprechende Zufütterung), haben jedoch einen langen Importweg hinter sich und sind dementsprechend ausgemergelt. Diese Art kann durch die spezialisierte Lebensweise nicht ohne weiteres in menschlicher Hand gezüchtet werden.
Rosenkäferlarven
Die Larven der Rosenkäfer (Pachnoda spp., meist marginata) kann man immer häufiger im Zoogeschäft oder auf Börsen erwerben. Sie stellen ein gutes Futter dar, das jedoch sehr protein und fettreich ist und deshalb ähnlich wie Wachsmottenlarven oder Mehlwürmer nur selten verfüttert werden sollte. Die Tiere haben kräftige Mundwerkzeuge, weshalb man hier vorsicht für sich und seine Tiere walten lassen sollte.
Bohnenkäfer
Seit neuestem beginnt sich in der Terraristikszene der Bohnenkäfer als Kleinfutter neben Drosophila und Mikroheimchen durchzusetzen, wobei dieser oftmals als "Abwechslung" zu den etablierten Futterarten angeboten wird. Diese Art ist leicht zu halten und zu vermehren, sie brauchen lediglich Schwarzaugenbohnen als Nahrung, in welche sie Gänge bohren/fressen. Diese Bohnen dienen sowohl als Nahrung als auch als Brutstätte für die Nachkommen. Sie sollten recht warm gehalten werden (in Heimchendosen im Lampenkasten z.B.). Oftmals denkt man wenn sich in der Dose nichts mehr rührt, dass der Ansatz abgestorben ist, jedoch sind sämtliche Bohnen voller Eier und wenige Wochen später explodiert das Totgeglaubte förmlich vor Nachzuchten (mdl. Mitteilung von M. Beck).
Stabschrecken
Stabschrecken können auf den meisten Börsen oder im Internet erworben werden. Leicht zu züchtende, geräuschlose, Insekten, welche für ihre hohen Reproduktionsraten und vergleichsweise langen Entwicklungszyklen bekannt sind. Bei der Wahl einer Stabschreckenart als Futtertier sollte darauf geachtet werden, dass sie sich von ungiftigen Pflanzen ernährt und nicht über Abwehrmechanismen wie Wehrdrüsen oder dornige Körperfortsätze verfügt. Häufig angeboten und leicht zu vermehren sind die Indische Stabschrecke (Carausius morosus) und die Annam-Stabschrecke (Medauroidea extradentata), welche ganzjährig Brombeerzweigen gefüttert werden können. Die Verfütterung kann sich aufgrund der Trägheit und Nachtaktivität, als etwas problematisch erweisen, auf Besprühen mit Wasser oder bei der Fütterung mit Pinzette reagieren die Stabschrecken jedoch meist mit zappeligen Bewegungen , so dass sie von den Chamäleons besser erkannt werden.


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