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Georges Cuvier

Georges Cuvier


Georges Léopold Chrétien Frédéric Dagobert, Baron de Cuvier (*23.08.1769 im Montbéliard (Mömpelgard), ✝13.05.1832 in Paris) war ein bedeutender französischer Naturforscher und Bildungspolitiker. Cuvier entstammt einer protestantischen Familie aus der damals württembergischen Exklave Mömpelgard im Jura.



Inhaltsverzeichnis

Kurzbiografie

Cuvier Statue an der Royal Academy, London
Foto: George P. Landow, July 2005

Der große französische vergleichende Anatom und Paläontologe Cuvier wurde am 23. August 1769 in Montbéliard, damals Teil von Württemberg, heute im östlichen Frankreich (er wurde erst 1793 ein französischer Staatsbürger), geboren. Seine gebürtigen Vornamen waren Jean-Léopold-Nicolas-Frédéric, zu welchen später, von seinem Paten, der Name Dagobert hinzugefügt wurde. Doch nach dem frühen Tod seines ältesten Bruders, Georges, nahm Cuvier dessen Namen an, und ist seither allgemein als Georges Cuvier bekannt. Cuvier war frühreif und zeigte schon als kleiner Junge sein enormes Gedächtnis. Sein Vater, ein ehemaliger französischer Armeeoffizier, hatte ihm zugedacht, ein lutherischer Pastor zu werden, doch zum Glück für Wissenschaft, suchte der damalige Herzog von Württemberg begabte Studenten für seine neue Carlsschule in Stuttgart, wo Cuvier 1784 im Alter von 15 Jahren zu studieren begann. Er spezialisierte sich auf Verwaltungsrecht und Wirtschaft, aber bevorzugtes C. F. Kielmeyer's Vorträge über Anatomie. Nach Abschluss seines Studiums, im Jahr 1788, konnte er keine angemessene Beschäftigung finden, so dass er eine Anstellung als Hauslehrer, in der Normandie, akzeptierte. In der Nähe des Meeres und mit viel Freizeit, blühte sein Interesse an Naturgeschichte, speziell den Fischen und Anatomie auf. 1795, die Hauptereignisse der französischen Revolution waren vorbei, schrieb Cuvier an B.-G.-É Lacepéde und Étienne Geoffroy Saint-Hilaire, Professoren am Muséum national d'histoire naturelle in Paris, und sandte ihnen eine Auswahl seiner unveröffentlichten Arbeiten, woraufhin letzterer ihn als seinen Mitarbeiter, nach Paris einlud. Cuvier's Brillanz als Forscher und Lehrer wurde sofort erkannt. Bald darauf wurde er, im Alter von 25 Jahren, Professor am Museum, ein Mitglied des Institut de France 1796 und 1800 folgte er L.-J.-M Daubenton als Professor am Collège de France. Danach hielt er, zusätzlich zu seinen akademischen, zahlreiche Regierungsposten und wurde 1811 zum Chevalier (Ritter), 1819 zum Baron, und schließlich, 1831, zum Pair de France ernannt; Titel, die im Einklang mit seiner wohlbekannten Eitelkeit waren. Angeblich war er fügsam gegenüber seinen Vorgesetzten, indessen er autoritär gegenüber Anderen gewesen sein soll, und bevorzugte diejenigen, die ihm schmeichelten, sowie Freunde und Verwandte, einschließlich seines jüngeren Bruders, Frédéric Cuvier, für den er eine Anstellung als Mammaloge am Museum arrangierte. Er starb am 13. Mai 1832 in Paris.

Cuvier.png

Cuvier war dafür verantwortlich, die großen Sammlungen vom Museum zu erschaffen, damals die größte Forschungsorganisation der Welt. Er veröffentlichte drei Hauptwerke in allgemeiner Zoologie: "Tableau Élémentaire" (1797), "Leçons d'Anatomie Comparée" (1800, 1805), in Zusammenarbeit mit A.-M.-C. Duméril und G.-L. Duvernoy, und sein Klassiker "Le Règne Animal", eine Überblick aller Tiere (die erste Auflage, in vier Ausgaben, 1817; die zweite Auflage, in fünf Ausgaben, 1829-1830, in Zusammenarbeit mit P.-A. Latreille). Im "Règne" beschrieb er viele neue Arten von Amphibien und Reptilien, gab jedoch den meisten von ihnen umgangssprachliche, anstatt lateinischer Namen, und so wurde die Urheberschaft von späteren Schriftstellern beansprucht. Zusammen mit Achille Valenciennes, schrieb Cuvier die 22-bändige "Histoire Naturell des Poissons" (1828-1849), die Grundlage der modernen Ichthyologie. Zusätzlich zu diesen Werken, arbeitete Cuvier, zusammen mit Alexandre Brongniart an Untersuchungen der fossilienhaltigen Schichten des Pariser Umlands und wurden dadurch führend auf dem Gebiet der Paläontologie. In der Frage der Unveränderlichkeit der Arten, über welche Cuvier, vielleicht teilweise von seinem Glauben beeinflusst, beständig nachdachte, fand er sich in zunehmender Unstimmigkeit mit seinen Museumskollegen. Daher schrieb er die verschiedenen Arten in geologischen Schichten der Zerstörung durch katastrophische Ereignisse zu. Geoffroy Saint-Hilaire und J.-B. Lamarck glaubten andererseits an allmähliche Veränderung, teilweise basierend auf Studien von Krokodilen und Schildkröten. Geoffroy war Mitglied der unglückseligen Ägypten Expedition Napoléon's (1798-1799), welche unter anderem Beutegut, auch die mumifizierten Reste von 3000 Jahre alten Krokodilen, Schildkröten und andere Organismen nach Frankreich brachte, welche Anfang 1802, als Beweis für den Grad der Veränderung angesehen wurden. So begann eine lange Reihe von Schriften, sowohl durch Geoffroy als auch durch Cuvier, über Krokodil und Schildkröten-Fossilien, Mumien, und lebenden Arten, um Beweise für ihre widersprüchlichen Ansichten zu liefern. Zufälligerweise wurden die neuen Taxa Crocodylus acutus, C. cataphractus, C. rhombifer, Paleosuchus palpebrosus, Trionyx gangeticus, und T. subplanus und die Gattungen Alligator und Trionyx von ihnen benannt. Nach Charles Darwin, nahm Cuvier's Ruhm unweigerlich ab.

Cuvier's herpetologische Arbeiten waren nur beiläufig zu umfassenderen Projekten, nichtsdestotrotz verfasste er wichtige Beiträge. Einer seiner frühesten, entstand aus seiner Idee der Übereinstimmung von Körperteilen und seinem Glauben, dass keines sich ändern konnte, ohne die anderen zu verändern. Für Cuvier bedeutete dies, dass jedes einzelne Körperteil, die Beschaffenheit der anderen zeigte und führte zu seinen berühmten Rekonstruktionen von Fossilien. Im Jahre 1726 hat J. J. Scheuchzer, der wie viele zu dieser Zeit an die wörtliche Bedeutung der Bibel glaubte, die Beschreibung eines meterlangen fossilen Salamanders veröffentlicht, aber von irgendwelchen riesigen Salamandern nichts wissend (Andrias japonicus wurde erst 1837 entdeckt), hielt er es für das Skelett eines Mannes, welcher in der biblischen Flut ertrank, und nannte es "Homo diluvii testis". Scheuchzer's religiöser Eifer wurde schon am Datum, auf der Titel-Seite seines Buches deutlich, dort hieß es nicht 1726 sondern "MMMM XXXII" - 4032 Jahre - nach der Großen Flut! Im Jahre 1811, untersuchte Cuvier die Abbildung Scheuchzer's und prophezeite, basierend auf den dargestellten Knochen, dass es sich um einen Salamander handle. Er bewies dies später, durch die Freilegung des restlichen Skelettes. 1837, nannte es J. J. von Tschudi schließlich Andrias scheuzeri.

Amphibien und Reptilien bildeten einen selbstverständlichen Teil von Cuvier's "Règne", obwohl die Abschnitte, welche sie behandelten, nur oberflächliche Berichte der weltweiten Herpetofauna waren. Er überließ es später seinem Protégé A.-M.-C. Duméril, die Details zu vervollständigen. Dennoch führte Cuvier's Weltruhm zu vielen späteren Auflagen und Übersetzungen des "Règne", weshalb es für Jahrzehnte enormen Einfluss hatte. Die aus herpetologischer Sicht wichtigsten unter diesen waren, die "Iconographie" von F.-E. Guérin-Méneville (Atlas 1829, Text 1844) und die sogenannte "Schüler-Edition" von Cuvier (Reptilien durch G.-L - Duvernoy, 1836-1849) in Frankreich, die deutschen Ausgaben von H. R. Schinz (1822) und F. S. Voigt (1832) und die englische Ausgabe, bearbeitet von E. Griffith und E. Pidgeon (1831), mit einer wichtigen Zusammenfassung John E. Gray.

Beschriebene Chamäleonarten

valide Arten

synonyme Arten

  • Chamaeleo seichellensis (Cuvier, 1829) n. emend. für Chamaeleo seychellensis (KUHL, 1820)

Ihm zu Ehren benannte Reptilienarten

  • Anolis cuvieri (MERREM, 1820) Puerto Rican giant anole, Cuvier's Anole, Green Giant Anole
  • Bachia cuvieri (FITZINGER, 1826) Wühlteju
  • Oplurus cuvieri cuvieri (GRAY, 1831) Cuvier's Madagaskarleguan

Literatur

  • Cuvier, G.L.C.F.D. 1825. Recherches sur les ossemens fossiles de quadrupèdes, où l'on rétablit les caractères du plusieurs espèces d'animaux que les révolutions du globe paroissent avoir détruites. Dufour & d'Ocagne, Paris. ed. 3, 5 vols. [[Parts of this 5 volume edition are cited as appearing from 1821 to 1824; volume 5 appeared in 1825. It consists mostly of articles reprinted from Annales du Muséum d'Histoire Naturelle, Paris. See also Cuvier 181
  • Cuvier, G.L.C.F.D. 1829. Le Regne Animal Distribué, d'apres son Organisation, pur servir de base à l'Histoire naturelle des Animaux et d'introduction à l'Anatomie Comparé. Nouvelle Edition [second edition]. Vol. 2. Les Reptiles. Déterville, Paris, i-xvi, 1-406

Links

The Reptile Database/CUVIER 23 Arten