HQI Strahler (auch HCI/CDM)
Die HQI Technik kommt ursprünglich aus der Beleuchtung von Schaufenstern und Ausstellungsräumen. Diese Technik bietet die höchste Lichtausbeute. Ein etwa 70 Watt starker HQI Strahler hat etwa so viel Licht wie eine 300 Watt Halogenlampe. Das HQI-Licht ist äußerst hell und gibt ein sehr natürliches Licht wieder, was dem Sonnenlicht am nächsten kommt. Die Lichtleistung steigert sich während der ersten 5 Minuten. Dadurch wird ein Panikverhalten durch schlagartigen Lichteinfall bei den Tieren im Terrarium vermieden. HQI-Strahler sind in der Terraristik wie auch in der Aquaristik sehr beliebt, da sie eine hohe Lichtechtheit und Farbtreue aufweisen. Die Energiekosten sind vergleichsweise günstig, da es sich um eine Sparlichtlampe, also eine "Energiesparlampe", handelt.
Warum ist ein HQI Strahler so teuer?
In einem Laden bekommt man die Leuchten meist nicht unter 100 bis 300 €. Das liegt daran, dass die notwendige Technik relativ teuer und die Verarbeitungsqualität recht hoch ist. Zudem werden HQIs nicht in so hoher Stückzahl produziert wie andere Leuchtmittel.
Die Installation von HQI Strahlern:
Die Technik der HQI Strahler ist im Prinzip immer dieselbe - egal, ob es sich um eine Hängelampe für Aquaristik, einen Strahler mit Bügel oder eine Wandlampe handelt. Die Unterschiede liegen meist nur in der Form des Gehäuses. Normalerweise werden die Leuchten mit Ketten über das Aquarium bzw. Terrarium gehängt. Strahler mit Bügeln können ebenfalls gehängt werden, man kann sie jedoch alternativ auch an die Wand, Decke, an einen Holzpfosten oder Stangen schrauben. Um den Sonnenverlauf zu imtieren, können HQIs schräg angebracht werden. Bei der Installation ist immer auf eine ausreichende Luftzirkulation zu achten. Die sonst entstehende Stauwärme verringert ansonsten die Lebensdauer des Leuchtmittels. In Großraumterrarien kann man die HQI-Strahler bei ausreichend guter Belüftung auch im Terrarium selbst anbringen. Sie sollten dann aber so installiert sein, dass die Tiere sich auf keinen Fall verbrennen können (auf ausreichenden Abstand zum höchsten Sitzplatz achten).
Vorteile der HQI Strahler im Terrarium:
1. sehr hochwertiges tageslichtähnliches Licht
2. geringe UV Strahlung
3. Wärmeleistung des Brenners
4. lange Lebensdauer
5. stabile Lichtfarbe
Zu den HQI Strahlern:
Eine Schutzscheibe vor dem Leuchtmittel dient als Spritzschutz vor Spritzwasser. Für bestimmte Feuchtraumterarien mit einer hohen Luftfeuchte sollten Strahler bevorzugt werden, die für den Einsatz im Außenbereich konzipiert sind (Schutzklasse IP65); diese sorgen Kurzschlüssen vor. Für den Betrieb über dem Aquarium/Terrarium können handelsübliche HQI-Strahler genommen werden. Das Zünden der Strahler ist bei manchen HQIs mit einem leichten Geräusch verbunden. Während der Zündphase des Leuchtmittels können Vibrationen an der Lampe oder dem Gehäuse entstehen. Passieren kann jedoch bei einer intakten Lampe nach dem Anschalten grundsätzlich nichts. Die entstehende Hochspannung wird langsam aufgebaut (siehe die oben genannten 5 Minuten Anlaufzeit), der Strahler ist also erst nach einigen Minuten voll einsatzbereit.
Welche Lichtfarbe gibt es und welche ist am geeignetsten?
Auf dem Markt sind einige Farben als Leuchtmittel/Brenner für HQI-Strahler zu bekommen. Die Lichtfarbe wird in Kelvin (K) angegeben. Je höher die Kelvinzahl ist, desto mehr Blauanteil und je weniger Rotlicht befindet sich im Lichtspektrum.
Die gängigsten Kelvinzahlen:
- 3000K WDL/830 warmweiß (nur für Süßwasser/Terraristik geeignet, da sehr viel Rotanteil vorhanden ist; das Licht wirkt so wie eine normale Glühlampe)
- 4200K NDL/942 neutral weiß (universell einsetzbar für Süßwasser/Terraristik.)
- 5200K bis 6000K/D Daylight (Tageslichtspektrum, das dem natürlichem Sonnenlicht am nächsten steht; sehr gutes Pflanzenwachstum; optimal für die Terraristik)
- 10000K und höher (hat einen recht hohen Blauanteil im Licht; wirkt recht kalt; sehr preisintensiv; eher in der Meerwasseraquaristik anzutreffen)
- ab 20000K (reiner Blauanteil)
Wie lange soll am Tag beleuchtet werden?
In der Regel soll das Licht bei tropischen Aquarien/Terrarien 12 bis 14 Stunden täglich brennen. Mit mehreren HQI-Strahlern in Kombination mit verschiedenen Neonröhren kann sehr gut ein Sonnenauf- und -untergang simuliert werden.
Ein HQI Strahler ist für den Dauerbetrieb gedacht:
HQI Strahler brauchen einige Minuten, um die vollständige Leuchtstärke zu erreichen. Das Ausschalten erfolgt jedoch sofort und wird nur vom Nachglühen vom Innenkolben begleitet. HQI-Strahler dürfen nicht ständig ein- und ausgeschaltet werden, da das Leuchtmittel und die Technik ca. 10 Minuten brauchen, um wieder zündfähig zu sein. Bei Nichtbeachten kann es zum Defekt des Brenners oder auch des Strahlers kommen.
Wie lange halten die Leuchtmittel eines HQI-Strahlers?
Die konventionelle HQI-Kolbentechnik lässt einen Betrieb von ca. 6000 Betriebstunden durchschnittlich zu. Danach sollten die Leuchtmittel ausgetauscht werden, auch wenn sie noch funktionieren (!). Das Spektrum des Strahlers verändert sich mit der Zeit negativ.
Relativ neu auf dem Markt sind die so genannten Leuchtmittel mit Keramikinnenkolben, sogenannte HCI-Strahler (Osram). Auch hier haben die verschiedenen Anbieter verschiedene Bezeichnungen, so z.B. CDM = Philips, RCI = Radium, CMI = Sylvania, C-Hitlite = BLV oder CMH = GE. Der Vorteil dieser Strahler ist die längere durchschnittliche Brenndauer von 10000 bis 12000 Stunden und die Gleichmäßigkeit des Spektrums. Außerdem soll die tatsächliche Lichtleistung, die in Lumen gemessen wird, höher sein als bei konventionellen HQI-Strahlern. Leider gibt es diese neue Art der Technik nur in den Lichtfarben NDL und WDL.
Leuchtmittelwechsel:
Zu beachten beim Leuchtmittelwechsel ist unbedingt, dass das Leuchtmittel vorsichtig eingesetzt wird. Die Lampe muss vollständig vom Stromnetz getrennt werden - ansonsten versucht sie beim Einsetzen des Leuchtmittels zu zünden. Bei einer Zündung können jedoch 4000 bis 5000 Volt freigesetzt werden. Den Außenkolben des Leuchtmittels fasst man nie mit den Fingern, sondern stets mit einem Taschen- oder Handtuch an. Das an den Fingern befindliche Fett beeinträchtigt sonst unter Umständen die Lichtleistung. Im schlimmsten Fall beschädigt man das Leuchtmittel mit den ungeschützten Fingern noch vor dem Einsatz.
Die Fassung und der Sockel der Lampe:
Es gibt die Fassungen der Leuchtmittel in verschiedenen Varianten und Ausführungen: Einsockelig, T-Sockel oder zweisockelig, Twinsock oder TS(TD)-Sockel. Die Leistung bleibt bei den verschiedensten Sockelvarianten gleich. Einsockelige Leuchtmittel sind jedoch zumindest in kleiner Wattzahl Platz sparender. In hohen Wattzahlen ab 400W ist der Schraubsockel E 40, HQI-T sinnvoll zu verwenden, da er meist leistungsfähiger im Reflektorenbereich ist. 35W, 70W, 150W und 250W sowie 400W HQI Lampen benötigen unterschiedliche Vorschaltgeräte sowie Fassungen und sind nicht ohne weiteres miteinander kompatibel.
UV Licht bei HQI Strahlern:
UV Licht entsteht bei HQI Strahlern sozusagen als Nebenprodukt. Da hier allerdings neben UVA und UVB auch das schädliche (krebserzeugende) UV-C abgegeben wird, ist unbedingt auf die Verwendung des eingebauten Schutzglases zu achten. Ohne Schutzglas kann es zu Verbrennungen an Pflanzen, Schädigungen von Augen und Haut der Tiere und auch des Halters kommen.
Die neuen Brennergenerationen haben einen internen UV-Block (UVS, UV-Protection). Es kommt aber immer noch etwas UV Licht aus den Leuchtmitteln. Die alten HQI-Strahler haben keinen UVS- oder UV-Schutz und erzeugen demnach deutlich mehr an UV-Strahlen (Schutzglas unbedingt nötig).
Wer für seine Echsen eine wirklich ganz definierte UV-Bestrahlung (zur Vitamin D3-Synthese) haben will, dem ist eine zusätzliche, spezielle UV-Lampe, z.B. Osram Vitalux oder die baugleiche Radium Sanolux, anzuraten.


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