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Josephus Nicolaus Laurenti

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Josephus Nicolaus Laurenti auch Joseph Nicolaus Laurenti (*4. Dezember 1735 in Wien; †17. Februar 1805, in Wien) war ein österreichischer Arzt, Naturforscher, Herpetologe und Zoologe.


Inhaltsverzeichnis

Kurzbiografie

Josephus Nicolaus Laurenti schrieb die erste wichtige Abhandlung über Amphibien und Reptilien nach Carl Linnaeus's "Systema Naturæ". Er wurde am 4. Dezember 1735 in Wien geboren und beendete 1768 sein Studium, an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien, als Doktor der Medizin, mit der Dissertation "Specimen Medicum, Exhibens Synopsin Reptilium Emendatam cum Experimentis circa Venena". Dieses unscheinbare kleine Buch mit 217 Seiten und fünf Tafeln, 1768 in Wien veröffentlicht, ist für die Herpetologie von größter Wichtigkeit. Der erste Teil beinhaltet eine Übersicht der damals bekannten Amphibien und Reptilien (außer Schildkröten), der zweite Teil umfasst Experimente, um die giftigen österreichischen Arten zu unterscheiden.

Nur 10 Gattungen der Amphibien und der Reptilien wurden im „Systema Naturæ“ (1758) genannt, aber Laurenti definierte 30, ein eindeutiger Fortschritt gegenüber der Klassifikation von Linnaeus. Laurenti definierte einige der vertrautesten generischen Namen: Bufo, Hyla und Salamandra bei den Amphibien, Gekko, Chamaeleo, Iguana und Cordylus bei den Echsen und Natrix, Vipera, Naja und Boa bei den Schlangen. Darüber hinaus definierte und kennzeichnete er als erster die Klasse Reptilia.

Aus historischer Sicht haben einige Autoren dieses Buch dem ungarischen Wissenschaftler J. J. Winterl zugeschrieben, welcher, wie damals üblich, ein mittelloser Student war, der das Manuskript an Laurenti verkaufte (siehe Fußnote). Es ist wahrscheinlicher, dass Winterl, als Chemiker, lediglich bei den Experimenten Laurenti's, mit Giften und Gegengiften, mitwirkte. Laurenti bestätigte seine Hilfe auf Seite 213 seines Buches. Diese Experimente waren insofern erfolgreich, als das sie dabei herausfanden, welche österreichischen Arten giftig waren, brachten aber keinen Fortschritt in der Erkenntnis der Wirkungsweise der verschiedenen Gifte.

Über Laurenti's Leben ist nicht sehr viel bekannt. Vor seinem Studium, besuchte er bis 1754 ein Gymnasium, welches der Universität von Wien zugehörig war. Danach gibt es eine große Lücke, bevor sein offizielles Medizinstudium begann, jedoch war es zu jener Zeit in Wien üblich, dass man medizinische Pflichten als so genannter Feldsanitäter, ohne jegliche höhere Bildung, übernahm um dann später, in einem etwas fortgeschrittenerem Alter (in Laurenti's Fall, im Alter von 32 Jahren), das Medizinstudium abzuschließen. Von 1769 bis 1805 war Laurenti Mitglied der Medizinischen Fakultät der Universität in Wien, und 1772 absolvierte er eine Prüfung dieser Fakultät, um ihm die Genehmigung zu erteilen, Geburtsdienstleistungen durchzuführen, und zu Prüfen, ob er auch die nötige medizinische Erfahrung dafür hatte. Außer seiner Doktorarbeit, hat er nichts weiter veröffentlicht. Er starb am 17. Februar 1805 in Wien.

Fußnote

Cloquet (1819, p. 28) und Fitzinger (1823, p. 631) scheinen die ersten Personen gewesen zu sein, die schriftlich behaupteten, dass Winterl der wirkliche Autor vom „Specimen Medicum“ gewesen sein dürfte, und zahlreiche späteren Autoren haben diese Aussage einfach wiederholt. Keiner der Autoren legte Beweise für seine Behauptung vor. Jedoch stellt die früheste erschienene Aussage über eine Beteiligung Winterls eine ganz andere Ansicht dar. Jöcher und Adelung (1810, Spalte 1393) gaben an, daß Professor "Winterle" sein(=Laurenti's) „Synopsin Reptilium“ publizierte. Winterl war Laurenti's Studienkollege und erhielt seinen eigenen Doktortitel im vorhergehenden Jahr (1767); vielleicht beaufsichtigte er Laurenti's Buch während des Drucks oder er bezahlte für dessen Druck.

Beschriebene Chamäleonarten

valide Formen

synonyme Formen

  • Chamaeleo candidus (LAURENTI, 1768) syn. Ch. africanus
  • Chamaeleo mexicanus (LAURENTI, 1768) syn. Ch. africanus
  • Chamaeleo parisiesium (LAURENTI, 1768) syn. Ch. c. chamaeleon
  • Chamaeleon bonae spei (LAURENTI, 1768) syn. B. pumilum

Beschriebene Gattungen

Ihm zu Ehren benannte Reptilienarten

  • Chironius laurenti (DIXON, WIEST & CEI, 1993)
  • Liolaemus laurenti (ETHERIDGE, 1992)
  • Mehelya laurenti (DE WITTE, 1959)
  • Polemon fulvicollis laurenti (DE WITTE & LAURENT 1943)

Literatur

  • Laurenti, J. N. 1768. Specimen medicum, exhibens synopsin reptilium emendatam cum experimentis circa venena et antidota reptilium austracorum, quod authoritate et consensu. Vienna, Joan. Thomae, 217 pp.

Links

The Reptile Database/LAURENTI 21 Arten