Kinyongia matschiei ( Matschies Zweihornchamäleon )
Familie: Chamäleons (Chamaeleonidae)
Unterfamilie: Echte Chamaeleons (Chamaeleoninae)
Gattung: Kinyongia
Untergattung:
Art: matschiei
Unterart:
Deutsche Bezeichnung: Matschies Zweihornchamäleon
Kinyongia matschiei
Erstbeschreiber: MATSCHIE 1892
diese Art unterliegt dem Washingtoner Artenschutz-Abkommen II, Anhang B!
Erwerb und Abgabe sind daher meldepflichtig.
Weitere Hinweise dazu bitte bei den verlinkten Artikeln Gesetze und Meldepflicht nachlesen!
Das Matschie´s Zweihornchamäleon (Großes Fischer´s Zweihornchamäleon, Kinyongia matschiei) kommt in den East Usambara Mountains in Höhen bis zu 1.500m vor.
Inhaltsverzeichnis |
Aussehen und Verwechslungsmöglichkeiten
Auffallendstes Merkmal dieser Art sind die zwei seitlich abgeflachten, mit Schuppen bewachsenen unechter Hörner. Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit Kinyongia fischeri und Kinyongia vosseleri, die bis 2007 mit matschiei als eine einzige Art behandelt wurde. Erst 2008 wurde sie von MARIAUX et al in drei Arten unterschieden. Außerdem besteht eine Verwechslungsgefahr mit den relativ ähnlichen Kinyongia multituberculata.
Im Handel angebotene "fischeri" sind heute meist in Wirklichkeit K matschiei oder K voesseleri. Anhand verschiedener Merkmale kann man diese Arten voneinander relativ sicher unterscheiden. Dennoch gibt es immer einige Exemplare, die Mermale der jeweils anderen Art aufweisen. Sicher ist demnach nur die genaue Kenntnis über den Fundort der Tiere oder genetische Bestimmung. Wichtig ist das für die erfolgreiche Nachzucht.
Der Rückenkamm ist nur im Bereich hinter dem Kopf ausgebildet, besteht aus konischen Schuppen und reicht über ein Viertel des gesamten Rücken. Die Weibchen dieser Art haben wesentlich kürzere Fortsätze. Die Grundfarbe besteht aus verschiedenen Grüntönen, sowie Blau, Gelb und Türkis Töne sind vorhanden. Dabei überwiegt auf dem Körper i.d.R. ein sattes Grün, welches im Kopf- und bei einigen Tieren auch im Schulterbereich in ein Türkisblau übergeht. Besonders hervorzuheben sind die schrägverlaufenden, meist gelblichen drei Streifen, wovon der Erste sich kurz vor der Höhe der Hintergliedmaßen, der Zweite kurz dahinter und der Dritte sich am Schwanzanfang befindet. Stimmungsabhängig zeigen die Tiere neben dem satten Grünton auch ein dunkles Punkt- und Streifenmuster.
Folgend sollen drei weitere Fotos von K.matschiei mögliche Farbvarianten (stimmungsbedingte Farbänderungen, keine eigenständigen Farbformen!!!) verdeutlichen. Es handelt sich hier immer um das selbe Tier, welches auch oben rechts in der Artenbox abgebildet ist!
Systematik
Erstmals wurde diese Art von WERNER 1895 als Chamaeleo matschiei beschrieben. 1911 wurde sie von WERNER erst in Chamaeleo fischeri matschiei und dann (1902) in Chamaeleon tornieri geändert (Nicht zu verwechseln mit Chamaeleon bitaeniatus tornieri (STERNFELD 1912 )). - KLAVER & BÖHME änderten dies 1986 und 1997 in Bradypodion fischeri fischeri. 2006 wurde dann diese Art durch TILBURY et al. als Kinyongia fischeri fischeri eingeordnet. 2008 wurden von MARIAUX aufgrund genetischer Untersuchungen sämtliche Unterarten dieser Gattung in den Artstatus erhoben und die Art fischeri selbst in die drei eigenständigen Arten "fischeri", "matschiei" und "voesseleri" aufgeteilt.
Verbreitungsgebiet
Matschiei findet sich endemisch (ausschließlich) an den Hängen der East Usambara Mountains in Tansania
Haltung
Die Mindestmaße für ein Terrarium müssen 4 x 2,5 x 4 mal die Kopf-Rumpf-Länge (KRL) entsprechen, dies würde für ein ausgewachsenes Tier eine Größe von ca. 75 x 45 x 75 (cm/BxTxH) bedeuten. Die Art ist im Gegensatz zu K.multituberculata nicht so sehr aktiv bzw. wanderfreudig. Um eine angemessene Abkühlung in der Nacht zu erreichen, bieten sich u.a. vergrößerte Lüftungsflächen an, diese erweitern zudem die Lauffläche. Zusätzlich zur ausreichenden Beleuchtung, soll ein lokaler Wärmespot zum aufwärmen zugeschaltet werden. Als Beleuchtung empfehlen wir die Bright Sun UV Jungle 70W, da diese neben dem UV auch ausreichend Licht abgibt (evtl. noch mit Neonröhren ergänzen) und im direkten Spotbereich auch zur Erwärmung dient, ohne jedoch das gesamte Terrarium zu sehr aufzuheizen. Als Tagestemperatur sollte der Bereich zwischen 25-27 °C gewählt werden, in der Nacht sollten die Temperaturen auf 16-18°C abfallen.
Verpaarung und Nachzucht
Die Gelegegröße liegt zwischen 12 und 20 Eiern. Die Eier werden nach einer Tragezeit von ungefähr acht Wochen vergraben. Die Inkubationstemperaturen sollten am Tag ungefähr 22-23ºC und in der Nacht 16-18ºC betragen. Nach ca. sechs Monaten ist die Temperatur um 1-2ºC anzuheben. Unter diesen Bedingungen schlüpfen die Jungtiere nach 8-11 Monaten.
Literatur
- Mariaux, Jean; Lutzmann, N. & Stipala, Jan 2008. The two-horned chamaeleons of East Africa. Zoological Journal of the Linnean Society, 2008, 152, 367–391 - Benzien, Joachim; DATZ 1954: Einiges über Chamaeleo fischeri matschiei


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