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Kinyongia multituberculata

Kinyongia multituberculata ( )

♂ K. multituberculata
♀ K. multituberculata (Jungtier)
Taxonomie

Familie: Chamäleons (Chamaeleonidae)
Unterfamilie: Echte Chamaeleons (Chamaeleoninae)
Gattung: Kinyongia
Untergattung:
Art: multituberculata
Unterart:
Deutsche Bezeichnung:

Wissenschaftlicher Name

Kinyongia multituberculata

Erstbeschreiber: NIEDEN

Schutzstatus

ChamAnhB.GIF diese Art unterliegt dem Washingtoner Artenschutz-Abkommen II, Anhang B!
Erwerb und Abgabe sind daher meldepflichtig.
Weitere Hinweise dazu bitte bei den verlinkten Artikeln Gesetze und Meldepflicht nachlesen!


Kinyongia multituberculata kommt im Westen der Usambara Mountains in Tansania, Afrika vor.

Inhaltsverzeichnis

Systematik

Erstmals wurde diese Art von NIEDEN 1913 als Chamaeleo fischeri multituberculata beschrieben. Die mitlerweile ebenfalls zu multituberculata gehörende Form, hat er als eigene Unterart Chamaeleo fischeri werneri beschrieben. 1991 wurde sie von BROADLEY & HOWELL in die Gattung Bradypodion, 2006 von TILBURY et al. in die neu beschriebene Gattung Kinyongia gestellt, Kinyongia fischeri multituberculatum. 2007 hat er eine grammatikale Korrektur, auf Kinyongia fischeri multituberculata vorgenommen. 2008 wurden von MARIAUX sämtliche Unterarten dieser Gattung, aufgrund genetischer Untersuchungen, in den Artstatus erhoben.

Aussehen

Kinyongia multituberculata gehört, mit einer Gesamtgöße von bis zu 34 cm, zu den mittel-großen Chamäleons. Weibchen sind mit einer Größe von bis zu 21 cm kleiner. Signifikant für die Gattung Kinyongia, ist die Länge des Schwanzes (mehr als 50% der Gesamtlänge). Die Grundfarbe ist ein helles Grün mit hellblauen, braunen, weißen und gelben Flecken in unterschiedlicher Größe. Es verläuft ein hell abgesetzter Lateralstreifen. Es existiert ein kleiner Helm, der kaum höher als die Rumpflinie ist.

♂ K. multituberculata
♂ K. multituberculata

Die folgenden morphologischen Merkmale sollten eine Unterscheidung zu den anderen Arten des fischeri-Komplexes leicht machen, jedoch wird diese Art oft mit dem Begriff "polymorph" (vielgestaltig) beschrieben, diese Tatsache führt häufig zu Verwechslungen.

  • Der RĂĽckenkamm verläuft bei den Männchen ĂĽber die gesamte RĂĽckenlinie, bei den Weibchen bis zur Hälfte.
  • Als einzige der Arten des fischeri-Komplexes ist ein Schwanzkamm vorhanden.
  • Der Schnauzenvorsatz des Männchens verläuft bĂĽndig mit der Augenbrauenkante und läuft an der Spitze zusammen; Bei den Weibchen ist der Schnauzenvorsatz augenscheinlich vorhanden.
  • Die Lateralkante richtet sich mit deutlichem Winkel aus.


Lebensraum und Verbreitung

Kinyongia multituberculata lebt in den westlichen Usambara-Bergen Tansanias. NECAS (2004) und SCHMIDT et al. (1996) nennen Höhenverbreitungen von 800-1.700 m, LANTERMANN (2005) – für die Verbreitung in und am Magamba – 2.200-2.400 m. Die Tiere bewohnen die Randgebiete zu den Regenwäldern und die umliegenden Plantagen und Gärten der Einheimischen, vorwiegend in Büschen und Bäumen.

Im Winter liegen die Temperaturen um durchschnittlich 25 °C am Tag und Nachts teilweise knapp über dem Gefrierpunkt. Im Sommer wird es tagsüber um 30 °C bei einer Nachtabsenkung bis zu 16 °C.

Haltung

Die Mindestmaße für ein Terrarium müssen 4 x 2,5 x 4 mal die Kopf-Rumpf-Länge (KRL) entsprechen, dies würde für ein ausgewachsenes Tier eine Größe von ca. 75 x 45 x 75 (cm/BxTxH) bedeuten. Da die Art eine umtriebige wanderbereitschaft aufweist, empfiehlt sich ein wesentlich größeres Terrarium, zumindest in der Breite. Um eine angemessene Abkühlung in der Nacht zu erreichen, bieten sich u.a. vergrößerte Lüftungsflächen an, diese erweitern zudem die Lauffläche. Zusätzlich zur ausreichenden Beleuchtung, soll ein lokaler Wärmespot zum aufwärmen zugeschaltet werden. SCHMIDT et al. (1996) empfiehlt eine Tagestemperatur von 26-27 °C bei einer Nachtabsenkung von 8-10 °C. Höhere Tagestemperaturen werden, Haltungsberichten entnehmend, kurzfristig toleriert, wenn die Nachtabsenkung gewährleistet bleibt.

Verpaarung und Nachzucht

Paarungsbereite Weibchen färben sich in ein sattes Grün mit einigen hellen Flecken. Weibchen die nicht mehr in Paaungsstimmung bzw. bereits trächtig sind, färben sich, bei Sichtkontakt zu einem Männchen, schwarz-grün. Die Gelegegrößen liegen bei 15-20 Eieren und schlüpfen nach ca. 10 Monaten.

Sobald die Weibchen paarungsbereit sind, ändert sich die Färbung des Kopfes in rot, der Torso in ein kräftiges Hellgrün. Das Männchen fängt mit dem Chamäleon-typischen Blazritual an, das Weibchen zu umwerben. (Kopfnicken, Aufblähen, kräftige Farben). Der Paarungsakt dauert etwa 10-30 Minuten.

Nach 45-60 Tagen legt das Weibchen die Eier in einen ca 20cm tiefen Gang. Übliche Gelegegrößen sind hierbei etwa 10-20 Eier.

Erfolgreiche Nachzuchten gelangen unter anderem mit folgenden Parametern.

Essentiell für den Schlupf scheint eine Nachtabsenkung auf ca. 17°C zu sein, sowie ein kontinuierlicher Anstieg der Tagestemperatur nach etwa 180 Tagen von 21-22°C auf 24-25°C. Der Schlupf beginnt etwa 310 Tage nach der Eiablage. Bei gleichmäßigen Temperaturen ohne Nachtabsenkung sterben die Eier ab.

Die Aufzucht der Jungtiere gelingt bei denselben Temperaturen. Eine Grundtemperatur von ca. 23°C und Aufwärmspots mit Niedervolthalogenlampen auf 26°-28°C, sowie große Lüftungsflächen bei gleichzeitig hoher Luftfeuchtigkeit und Nachtabsenkung scheint auch hier wichtig zu sein.


Quellen

Literatur