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Kinyongia vanheygeni

Kinyongia vanheygeni ( van Heygens Chamäleon )

Datei:Beispiel1.jpg
Kinyongia vanheygeni ♂
Datei:Beispiel2.jpg
Kinyongia vanheygeni ♀
Taxonomie

Familie: Chamäleons (Chamaeleonidae)
Unterfamilie: Echte Chamaeleons (Chamaeleoninae)
Gattung: Kinyongia
Untergattung:
Art: vanheygeni
Unterart:
Deutsche Bezeichnung: van Heygens Chamäleon

Wissenschaftlicher Name

Kinyongia vanheygeni

Erstbeschreiber: NECAS, 2009

Schutzstatus

ChamAnhB.GIF diese Art unterliegt dem Washingtoner Artenschutz-Abkommen II, Anhang B!
Erwerb und Abgabe sind daher meldepflichtig.
Weitere Hinweise dazu bitte bei den verlinkten Artikeln Gesetze und Meldepflicht nachlesen!


Inhaltsverzeichnis

Systematik

Im Jahre 2002 wurde erstmals in den Poroto Bergen in Tansania eine bis dahin unbekannte Chamäleonart von heimischen Bauern gefangen, die das Tier dann dem tschechischen Herpetologen Peter Nagy vorzeigten. 2005 wurde dann von Peter Nagy und Petr Necas ein weiteres Tier der damals unbekannten Art in einem kommerziellen Import gefunden, leider war dieses männliche Exemplar bereits tot. Durch eine Anfrage beim Exporteur konnten wieder die Poroto Berge als Fundort bestimmt werden. 2008 wurde dann während einer Expedition des belgischen Herpetologen Emmanuel van Heygen ein weiteres männliches Exemplar gefunden, van Heygen gelang der erstmalige Bildnachweis eines lebenden Exemplares. Durch die Veröffentlichung des Bildmaterials im Internet wurde wiederum Petr Necas aufmerksam, dieser beschrieb die Art 2009 zu Ehren Emmanuel van Heygens als Kinyongia vanheygeni, Basis für die Erstbeschreibung sind die beiden männlichen Exemplare. Aufgrund des Körperbaus gibt es aktuell keinen Zweifel an der Einordnung in die Gattung Kinyongia. Eine DNS – Analyse wurde bisher nicht durchgeführt, deshalb können noch keine genauen Aussagen über die Verwandschaftsverhältnisse dieser neuen Art innerhalb der Gattung Kinyongia gemacht werden.

Aussehen / Verwechslungsmöglichkeiten:

Kinyongia vanheygeni ist ähnlich wie Kinyongia tenue und oxyrhina ein kleines und graziles Chamäleon, bei dem die Schwanzlänge die Kopf-Rumpf-Länge um einige mm überschreitet. Beim Typusexemplar beträgt die Gesamtlänge 128 mm, die Schwanzlänge ist mit 67 mm 8 mm länger als die Kopf-Rumpf-Länge. Die Beschuppung der Gliedmaßen, des Schwanzes und der Kehle ist homogen, während die Schuppen des Körpers subheterogen sind. Ein Rücken-, Kehl- und Bauchkamm sind nicht vorhanden. Auch ein Temporalkamm fehlt. Die Beschaffenheit des Kopfes unterscheidet K.vanheygeni von den ähnlich kleinen und ebenfalls in Tansania lebenden Arten Kinyongia oxyrhina und tenuis. Kinyongia vanheygeni trägt einen deutlich abgesetzten Helm, der im Vergleich zu anderen kleinen Vertretern der Gattung sehr hoch ist. K.vanheygeni besitzt wie K.oxyrhina und K.tenuis einen Nasen/Hornfortsatz. Die Canthi rostrales bilden das Horn, dass die Maulspitze bis zu 2,8 mm überragt. Die Lateralkanten enden jeweils in einer stumpfen konischen Schuppe. Bei Kinyonia tenuis ist dieser Fortsatz länger und läuft zum Ende hin spitz zu. Bei K.oxyrhina ist das unechte Rostralhorn noch länger, die Canthi rostrales stoßen ebenfalls zusammen und bilden einen bis zu 13 mm langen flexiblen Fortsatz. Somit besitzen sowohl K.tenuis als auch K.oxyrhina einen seitlich abgeflachten Nasenfortsatz, da außerdem die Helme beider Arten deutlicher flacher ausfallen, fällt die Unterscheidung leicht. Die Färbung besteht aus verschiedenen gelb, grün, braun und grau-Tönen. Drei Lateralstreifen heben sich deutlich ab. Der Rücken ist dunkler als der Bauchbereich und braun / rostbraun gefärbt. Die Zwischenschuppenhaut ist im Bereich der drei Lateralstreifen deutlich dunkler als auf dem restlichen Körper. Die Zwischenschuppenhaut der Kehle ist sehr hell. All diese Merkmale wurden nur anhand des Typusexemplars und der Aufnahmen Emmanuel van Heygens festgestellt. Bis heute wurde von der Art leider kein Weibchen gefunden. Wahrscheinlich ist bei den Weibchen wie bei den anderen Kinyongiaarten der Nasenfortsatz kleiner und vielleicht sogar gar nicht vorhanden, der Helm ist höchstwahrscheinlich auch niedriger.

Verbreitung

Bisher ist als Fundort ausschließlich das Poroto- Gebirge, das im Süden Tansanias liegt, bekannt. Gefunden wurde das adulte Tier der Exoterra Expedition in der Nähe des Ngozi-Kraters. Das Gebiet weißt häufige Niederschläge auf und da sowohl landwirtschaftliche –als auch die forstwirtschaftliche Nutzung (noch) nicht weit fortgeschritten sind, befinden sich dort noch relativ dichte Wälder. Das Poroto-Gebirge erhebt sich bis zu 2800 m über dem Meeresspiegel, der Ngozi-Krater und Stausee befindet sich 2620 m über dem Meeresspiegel. Im Poroto Gebirge gibt es insgesamt sieben Waldschutzgebiete. Ebenfalls in den Poroto Bergen leben die Chamäleon Arten Trioceros fuelleborni, goetzei, incornutus und laterispinis sowie Rhampholeon (Rd.) nchisiensis. Der nächste Vertreter der Gattung Kinyongia, Kinyongia oxyrhina, ist erst 350 km entfernt zu finden. Diese Species lebt in den Uluguru- und Uzungwe Bergen. Somit ist zumindest im direkten Verbreitungsgebiet eine Verwechslung mit anderen Chamäleonarten eigentlich ausgeschlossen. Aufgrund der geringen Größe und der unauffälligen Färbung, sowie der versteckten Lebensweise wird es wohl auch in Zukunft Schwierigkeiten bei der Suche nach weiteren Exemplaren geben. In der Terraristik wird diese Art wohl auch in nächster Zeit noch nicht zu finden sein

Quellen

  • PDF, Necas 2009: Ein neues Chamäleon der Gattung Kinyongia Tilbury, Tolley & Branch 2006 aus den Poroto-Bergen, SĂĽd-Tansania
  • Necas, Petr . 2004: Chamäleons, Bunte Juwelen der Natur 3. Auflage
  • Mann, Gunter 2008: Vorstellung von Kinyongia oxyrhina, Chamaeleo *Mitteilungsblatt der AG Chamäleons

Links