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Legenot

Inhaltsverzeichnis

Legenot - was ist das?

Legenot beschreibt erst einmal die Tatsache, dass ein Weibchen legereife Eier nicht ablegen kann.

Ursachen

Es gibt viele Möglichkeiten, wie eine Legenot entsteht:

  • Eier sind zu stark calzifiziert
  • Eier sind zu wenig calzifiziert: Vorsicht – ist das Tier überhaupt schon legebereit oder befinden sich die Eier eventuell noch in ihrer ganz normalen Entwicklung?
  • Eier weisen Anomalien auf, die das Legen verhindern (zu groß, deformiert, zusammenklebende Eier)
  • Anatomische Anomalien des Chamäleons verhindern eine Ablage (Becken zu eng, Legedarm verlegt, Tumorgeschehen im Bauchraum oder ähnliches)
  • Haltungsmängel

Haltungsmängel

Haltungsmängel sind bei Chamäleons einer der Hauptgründe für Legenot, daher sind sie hier etwas ausführlicher dargestellt.

Zu reichliche Fütterung

Je mehr ein Weibchen gefüttert wird, desto schneller entwickelt es sich. Die Geschlechtsreife bei Chamäleons ist nicht abhängig vom Alter, sondern lediglich von der Körpergröße, d.h. schnelles Wachstum kann zu sehr früher Geschlechtsreife führen. Ein überfüttertes, fettes Tier neigt außerdem eher zu Erkrankungen als ein streng gefüttertes Chamäleon.

Paarhaltung

Gemeinsame Haltung von Männchen und Weibchen auf begrenztem Raum begünstigt eine sehr frühe Ovulation. Da Chamäleons grundsätzlich Einzelgänger sind, begünstigt eine Paarhaltung auch Stress, der beim legebereiten Tier eine Legenot mit verursachen kann.

Bodengrund

Einer der wichtigsten Punkte bei den Haltungsmängeln. Viele Halter kennen das Geschlecht ihres Tieres nicht oder vermuten ein Männchen, haben jedoch ein Weibchen im Terrarium. Weibchen benötigen je nach Art zur Ablage einen mindestens 20-30 cm hohen Bodengrund geeigneter Konsistenz. Bewährt haben sich Sand-Erde-Gemische oder reine Laubwalderde. Günstig wäre es außerdem, verschiedene Feuchtigkeitszonen und eine ausreichende Bepflanzung anzubieten. Heizmatten unter dem Bodengrund sind nicht zu empfehlen: In der Natur kühlt der Boden ab, je tiefer das Weibchen gräbt. Gräbt das Tier und der Boden wird wärmer, kann es dazu führen, dass das Weibchen die Grabung abbricht.

Störungen

Ein weiteres wichtiges Problem bei der Ei-Ablage. Chamäleons bevorzugen ungestörte Plätze zum Graben, während der Halter gerne möglichst oft vorbeischauen will, ob das Tier „schon soweit ist“. Damit das Weibchen ungestört ablegen kann, sollte jedes Hantieren im Terrarium vermieden werden. Es macht keinen Sinn, das Weibchen auf den Boden oder in einen Eimer mit Erde zu setzen, wenn es ablegen soll, sondern stört das Tier vielmehr.

Supplementierung und Ernährung

Eine Legenot kann auch durch v.a. einen Mangel an Kalzium entstehen. Für den Aufbau der Eischalen braucht das Weibchen in der Trächtigkeit mehr Kalzium. Kalzium allein, das man über Futter zugibt, kann man nicht überdosieren! Solange der Vitamin D3-Spiegel physiologisch ist, wird ein zuviel an Kalzium unverändert wieder über den Darm ausgeschieden. Bei der Ablage benötigt das Weibchen Kalzium zur Muskelkontraktion, um die Eier ablegen zu können. Fehlt es ihr daran, können zum einen die Eier bereits vor der Ablage schlecht kalzifiziert sein und so ein mechanisches Hindernis bilden oder das Weibchen hat während der Ablage selbst nicht mehr genug Vorräte, um die Eier auch wirklich abzulegen.

Symptome - Was sind Anzeichen einer Legenot?

Wichtig ist, die durchschnittliche Trächtigkeitszeit der jeweiligen Art zu kennen. Viele Weibchen werden zuerst unruhig, einige geradezu hyperaktiv. Sie beginnen dann wie gewohnt mit Grabetätigkeiten, stellen diese aber nach wenigen Tagen wieder ein, ohne Eier gelegt zu haben und verhalten sich wie vor den Probegrabungen auch. Liegt das Weibchen sowieso schon erheblich über dem üblichen Ablagetermin, ist dann dringend ein Gang zum Tierarzt angeraten. Auch einzeln im Terrarium verstreute, nicht vergrabene Eier können ein Anzeichen für eine Legenot sein (bei einigen Arten kommen sie aber auch ohne Legenot vor).

Therapie

Es gibt verschiedene Wege, eine Legenot zu therapieren. Bei allen sollte auf jeden Fall so schnell wie möglich mit dem Chamäleon ein reptilienkundiger Tierarzt aufgesucht werden. Dieser wird ein Röntgenbild anfertigen, um beurteilen zu können, wieviele Eier sich noch im Tier befinden und ob es dem Weibchen überhaupt möglich ist, diese auf natürlichem Wege abzulegen.

Die gängigsten Therapiemöglichkeiten sind eine Operation zur Entfernung der Eier oder ein konservativer Versuch mit der Gabe von Kalzium und Oxytocin (einem Hormon). Welcher Weg für das Chamäleon möglich ist, hängt vom Allgemeinzustand des Tieres und anderen Faktoren ab. Der Tierarzt wird entsprechend beraten und vorgehen.

Legereife Eier, die in der Bauchhöhle verbleiben und nicht entfernt werden, führen über kurz oder lang leider unweigerlich zum Tod des Tieres. Eine Therapie ist also zwingend nötig!