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Parasiten - was tun?
Parasiten sind ein häufig vorkommendes Problem bei Chamäleons, insbesondere bei Wildfängen. Dieser Artikel soll eine Übersicht über die bei Chamäleons vorkommenden Parasiten geben. Zwecks Vereinfachung und besserer Übersicht fehlen einige Ordnungs-, Überfamlien- und Familien-Angaben. Nicht alle Parasiten sind pathogen („krankmachend“), viele kommen auch ganz natürlich im Tier vor. Einige Arten sind fakultativ pathogen, d.h. sie erzeugen erst bei Massenbefall und unter Stress Erkrankungen.
Behandlungsmöglichkeiten werden hier nicht empfohlen, da das weitere Vorgehen bei Nachweis eines Parasitenbefalls mit dem Tierarzt abgesprochen werden sollte. Als Halter ist es jedoch wichtig, darüber informiert zu sein, wie die betreffende Parasitengattung lebt und wie Vorsorge und Desinfektion vonstatten gehen können.
Endoparasiten
Trichomonaden
Trichomonaden sind Einzeller, die sich durch Geißeln fortbewegen und hin und wieder bei Chamäleons vorkommen. Wichtig sind hier u.a. Monocercomonas und Leptomonas (letztere sind eigentlich Parasiten von Insekten, die sich entweder an das Chamäleon angepasst haben oder von Futtertieren stammen).
Das Chamäleon infiziert sich oral durch die Aufnahme von Zysten aus der Umgebung bzw. über die beweglichen, vegetativen Stadien aus Kot und Harn. Befallen werden hauptsächlich Dickdarm, unter anderem aber auch Urogenitaltrakt (Nieren!), Leber und Lunge. Monocercomonas stehen außerdem im Verdacht, über die Harnleiter zu den Nieren zu gelangen und verantwortlich für Nierenentzündungen zu sein (nicht gesichert). Bei schwerem Befall eines geschwächten Tieres kann es zu Verdauungsproblemen und Darmentzündungen kommen. Gesunde Tiere zeigen in aller Regel keine klinischen Erscheinungen.
Kokzidien
Mit Kokzidien-Oozysten infizieren sich Chamäleons meist über Futtertiere, die Kontakt mit infiziertem Kot hatten, oder bereits beim Schlupf über Oozysten, die an der Eischale haften. Die Oozysten können jedoch auch vom Pfleger vom Terrarium eines befallenen Tiers zu einem weiteren verschleppt werden. Kokzidien gehören zu den am häufgisten bei Reptilien vorkommenden Parasiten. Befallen werden die Darmschleimhaut, Gallengänge und Nieren. Oft limitiert die Infektion sich selbst, bei Adulten entsteht eine stabile Immunität, bei der die Tiere keinerlei Anzeichen einer Erkrankung zeigen. Bei Jungtieren oder Adulten unter Stress oder suboptimalen Haltungsbedingungen können Kokzidien jedoch zu schweren Erkrankungen u.a. mit Durchfall führen. Die Erkrankung nennt man Kokzidiose, eine reine Infektion ohne Krankheitssymptome heißt Kokzidiase.
Eimeria
Die Infektion erfolgt oral mit sporulierten Oozysten, die über den Kot mechanisch (z.B. durch Futtertiere oder das Chamäleon selbst) oder aerogen (über die Luft) an Gegenständen und Boden verbreitet werden. Eimeria führen zu Darmentzündungen und Durchfall, seltener zu Ikterus ("Gelbsucht"). Bei Chamäleons kann unter anderem Choleoeimeria sp. und Eimeria vencesi gefunden werden, diese könnnen auch in die Galle wandern. Schwillt bei einer Entzündung der Gallengang zu, sind die Tiere im Kot negativ, obwohl sie Parasiten haben.
Die Oozysten sind sehr langlebig, unter günstigen Bedingungen bleiben sie über ein Jahr infektiös. Damit die Oozysten sporulieren, benötigt Eimeria Feuchtigkeit und warme Temperaturen (optimal sind 25-30°C, unter 10°C sistiert die Entwicklung). Bei über 35°C werden die Oozysten geschädigt (Dampfstrahler zur Bekämpfung im ausgeräumten Terrarium ist möglich), gegen die meisten Desinfektionsmittel sind Eimeria jedoch resistent.
Isospora
Isospora verhält sich ähnlich Eimeria, ist aber weniger resistent gegen chemische Desinfektion. Bei Jemenchamäleons findet sich unter anderem Isospora jaracimrmani. Betroffen sind vor allem junge Tiere von drei bis fünf Monaten. Ältere Chamäleons zeigen bei einer Infektion oft keine Symptome. Bei Panther- und Jemenchamäleons gleichermaßen ist Isospora brygloi anzutreffen.
Cryptosporidium
Die bei Echsen am meisten vorkommende Art ist Cryptosporidium saurophilum, beim Chamäleon kommt jedoch eine bisher nicht beschriebene Art vor. Das Chamäleon infiziert sich über kontaminiertes Trinkwasser bzw. Belecken der Umgebung oder über infizierte Futtertiere mit Oozysten, die bereits sporuliert und damit sofort beim Ausscheiden infektiös sind. Jungtiere können bereits beim Schlupf durch auf dem Ei klebende Parasiten befallen sein.
Cryptosporidien vermehren sich in der Schleimhaut des Magen-Darm-Trakts und schädigen diese stark. Das Chamäleon magert ab (soweit man dies überhaupt erkennen kann), Nahrung wird unverdaut wieder ausgeschieden. Es gibt durchaus Tiere, die zwar offensichtlich nicht krank sind, trotzdem aber Cryptosporidien ausscheiden. Die Parasiten sind jedoch definitiv nicht bei gesunden Tieren vorhanden!
Vorsicht: Cryptosporidien stellen eine Zoonose da, d.h. sie können vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Bei immungeschwächten Menschen können Cryptosporidien zu schweren Durchfällen, im schlimmsten Fall bis zum Tod führen. Im Normalfall limitiert sich die Infektion jedoch von selbst und es kommt nicht zu Symptomen.
Cryptosporidien sind extrem widerstandsfähig. Sie überleben Kälte bis -20°C und Hitze bis 65°C, können aber mit >70°C über 10 Minuten (jede einzelne Stelle des ausgeräumten Terrariums muss so lang bearbeitet werden) abgetötet werden. Bei 5°C können sie bis zu 5 Jahre (!) infektiös bleiben. Die gängigen Desinfektionsmittel schädigen die Oozysten nicht, Ammoniak oder p-Chlor-m-Kresol ist auf Grund seiner gesundheitsschädigenden Wirkung nur in Absprache mit dem Tierarzt einzusetzen.
Microsporidien
Microsporidien sind bei Chamäleons eher selten ein Problem, können bei Befall aber zum Tod des Tieres führen. Unter anderem ist die Gattung Pleistophora zu finden. Die Infektion erfolgt oral oder aerogen, über Sporen oder intrauterin (bei lebendgebärenden Tieren). Die zystenartigen Sporen dieser Einzeller finden sich in Muskeln und anderen Geweben (diese Parasiten sind obligat intrazellulär, d.h. sie überleben nur innerhalb einer Zelle). Microsporidien sind gut im geräumten Terrarium und an Gegenständen gut mit Hitze über 70°C, 10%igem Formalin oder 70%igem Alkohol abzutöten.
Trematoden (Saugwürmer)
Unter den Saugwürmern sind vor allem die Spirorchiidae, eventuell auch Halipegus u.a. pathogen. Chamäleons infizieren sich oral, die Würmer können Kapillarblutgefäße verstopfen und dadurch eine Ischämie der nicht mehr versorgten Bereiche auslösen. Halipegus benötigt zwei Zwischenwirte, einen Muschelkrebs sowie eine Schnecke. Da beide im Terrarium fehlen, kommt dieser Parasit nur bei Wildfängen oder in freier Natur vor.
Cestoden (Bandwürmer)
Bandwürmer sind Zwitter, die aus Scolex, Hals und Strobila aus Proglottiden bestehen. Jede Proglottide, die man im Kot finden kann, ist zwittrig mit Geschlechtsorganen ausgestattet. Die adulten Parasiten leben meist im Darm, einige Arten auch in der Gallenblase. Metacestoden besiedeln auch Organe. Für Echsen wichtig sind vor allem die Pseudophyllidae und Oochoristica, die Zwischenwirte für ihre Entwicklung benötigen (und daher selten bei Chamäleons in Terrarienhaltung anzutreffen sind).
Nematoden (Faden- oder Rundwürmer)
Nematoden vermehren sich sexuell. Sie weisen vier Larvenstadien (L1 bis L4) sowie ein präadultes Stadium (L5) auf, das zum adulten Parasit reift. Zwischen L1 und L4 häuten sich Nematoden viermal. Bemerkenswert ist die Fähigkeit zur Hypobiose, d.h. sie können eine „Ruhepause“ einlegen, in der keine Vermehrung oder Entwicklung stattfindet und während der entsprechend natürlich auch keine Eier oder Larven mit dem Kot ausgeschieden werden.
Rhabditis
Diese Parasiten kommen selten vor. Das Chamäleon infiziert sich oral über infektiöse L3 aus dem Kot. Meistens wandern die Larven aus dem Kot aus und dringen über die Haut ins Tier ein. Von dort wandern die Rhabditiden über die Unterhaut in Blutgefäße, von wo sie mit dem Blutstrom in die Lunge gelangen (hier kann es zur Schleimbildung, Pneumonie und Atembeschwerden kommen, es ist aber auch ein symptomloser Befall möglich). Die Wanderung geht weiter über den Rachen, Speiseröhre und Magen zum Dünndarm, wo die Entwicklung abgeschlossen wird und die Weibchen parthenogenetisch Eier produzieren oder es zu sexueller Fortpflanzung kommt. Einige Larven wandern allerdings in Gewebe und Organe und gehen in Hypobiose. Zu Problemen kommt es meist bei mangelnder Hygiene durch suboptimale Haltung, hohen Temperaturen und hoher Feuchtigkeit. Die Eier können bei Ablage auch infiziert werden.
Strongylidae
Auch bei den Strongylidae dringen die Parasiten vor allem über die Haut ein. Nicht alle sind pathogen, Str. mirzai kommt unter anderem bei Chamäleons vor. Die Parasiten leben im Darm, aber auch frei in Körperhöhlen, Lungen, Nase oder in der Unterhaut. Die infektiösen Stadien sind empfindlich gegen Trockenheit.
Spirurida (Rollschwänze)
Diese Nematoden leben im Magen, oft in den Wänden. Da sie einen Arthropoden als Zwischenwirt benötigen, sind sie nicht allzu häufig anzutreffen. Es kommen u.a. Physaloptera und Oswaldocruzia vor. Physaloptera werden indirekt über Gliederfüßer auf das Chamäleon übertragen, daher sind nur Wildfänge betroffen. Oswaldocruzia entwickelt sich ohne Zwischenwirt und kommt recht selten vor.
Filarioidea (Filarien)
Filarien können wenige mm bis zu 80cm lang werden. Die adulten Weibchen (=Makrofilarien) geben L1 (=Mikrofilarien) ins Gewebe oder Eier in den Kot ab. Die Mikrofilarien können weit entfernt von den Makrofilarien wiedergefunden werden, v.a. in Bindegewebe, Blut und Lymphe. Die adulten Parasiten leben in der Lunge, frei in der Körperhöhle, in Blutgefäßen oder im Unterhautbindegewebe. In der Regel führen sie nicht zu einer Erkrankung, bei Massenbefall können aber Blutgefäße verstopfen. Filarien werden über Stechmücken übertragen und kommen daher in Gefangenschaft bei Chamäleons kaum vor.
Beim Chamäleon ist insbesondere Foleyella furcata in Unterhaut und Körperhöhlen pathogen. Ein Befall mit Foleyella furcata ist in freier Natur oft symptomlos.
Ascaridida (Spulwürmer)
Chamäleons infizieren sich über orale Aufnahme mit Eiern, deren L1 sich außerhalb des Wirts bei guter Feuchtigkeit und Wärme (optimal 22-25°C) zur infektiösen L3 entwickelt. Diese schlüpft im Dünndarm und entwickelt sich zu einem bis 12cm langen, gelblichen Wurm. Spulwürmer unternehmen Wanderungen außerhalb des Dünndarms, die Eier sind extrem langlebig. Bei Echsen kommen u.a. die Arten Diaphanocephaloidea, Oswaldocruzia, Kalicephalus, Ophiotaenia, Proeocephalus und Crepidobohyrium vor, für Chamäleons sind Hexametra häufig (bei Trioceros melleri z.B. H. applanata, bei Jemenchamäleons ist Hexametra nicht in freier Wildbahn nachgewiesen). Heterakis kommen vor, sind aber in der Regel harmlos für die Tiere.
Die Parasiten können im Darm zu blutigen Geschwüren und Verstopfung führen, die Darmwand perforieren und sogar Teile des Darms nekrotisieren (absterben lassen). Einige infiltrieren auch die Tunica muscularis der Haut. Pathogene Spulwürmer sind für Chamäleons leider häufig tödlich.
Im Freien benötigen die Eier zwei Wochen zur Entwicklung bis zum infektiösen Stadium. 4-N-Chlorkresol ist wie bei Cryptosporidien zur Desinfektion des Terrariums geeignet, allerdings sollte es nur sehr vorsichtig und in Absprache mit dem behandelnden Tierarzt angewandt werden.
Oxyurida (Pfriemenschwänze)
Oxyuren sind die häufigsten Parasiten des Chamäleons, es kommen u.a. Parapharyngodon sp. vor. Die Infektion erfolgt oral über larvenhaltige Eier. Die infektiöse L3 schlüpft im Darm und entwickelt sich im Lumen desselben. Pathogen für Chamäleons sind Oxyuren an sich nur bei massivem Befall. Oxyuren sind stark wirtsspezifisch. Eine endogene Autoinfektion ist möglich („das Tier reinfiziert sich selbst“).
Capillaria (Haarwürmer)
Haarwürmer infizieren das Chamäleon oral mit Eiern, aus denen infektiöse L1 schlüpfen. Die Eier entwickeln sich nur bei hoher Feuchtigkeit und etwa 20-24°C. Bei einigen Arten nehmen Regenwürmer die Eier auf, die L1 schlüpft, wandert ins Gewebe des Wurms und entwickelt sich erst dort zur für den Endwirt infektiösen Larve. Capillaria leben im Dünndarm von Echsen und werden bis 8cm lang. Die Eier überleben Temperaturschwankungen bis -7°C und +12°C über zwei Wochen gut.
Amöben
Die Infektion erfolgt durch die orale Aufnahme von Zysten aus dem Kot. Im Dickdarm entwickelt sich die Zyste zum Trophozoiten und vermehrt sich, einige werden zu Zysten und verlassen den Wirt. Interessant für Chamäleons ist nur die hochinfektiöse Art Entamoeba invadens. Die Amöben leben im Dickdarm und dringen in die Darmwand ein. Das Chamäleon kann davon schwere blutige Darmentzündungen bekommen, die widerum zu Abmagerung und Austrocknung führen; teilweise wird der Darm bis zur Kloake nekrotisch. Über das Blut gelangen die Amöben an Organe (vor allem Leber und Nieren) und führen dort ebenfalls zu Entzündungen, Geschwüren und Nekrosen. Die gesamte Erkrankung nennt man Amöbiasis.
Bei immunkompetenten Tieren kann die Infektion im Darmlumen verbleiben und ohne Symptome vorübergehen, Stress induziert jedoch Symptome. Da Entamoeba invadens sich optimal bei 27-29°C Körpertemperatur entwickelt, ist keine Übertragung auf den Menschen (oder andere Warmblüter) möglich. Die Zysten überleben mindestens acht Tage im Erdboden und können durch Futterinsekten oder Gegenstände verschleppt werden. Eine Desinfektion ist mit kochendem Wasser möglich.
Ektoparasiten
Acari (Milben und Zecken)
Milben und Zecken gehören zu den Spinnentieren und entwickeln sich aus einem Ei zur Larve und über eine bestimmte Zahl von Nymphen zum adulten Parasiten. Die Larven haben drei Beinpaare, die adulten vier. Bei einigen Arten schlüpft bereits eine Nymphe aus dem Ei. Zwischen den verschiedenen Stadien liegt jeweils eine Häutung sowie eine Blutmahlzeit. Acari sind eher selten bei Chamäleons anzutreffen, ein Befall kommt vor allem in der Natur vor.
Milben
Milben sind beißend-saugende Spinnentiere, die sich am liebsten um die Augen, in den Achseln, im Rückenkamm und am Schwanzansatz eines Chamäleons aufhalten. Die meisten Milben sind 0,2-2 mm groß und dunkelbraun bis rötlich gefärbt. Vermutlich handelt es sich um Trombiculiade, dies ist aber bisher nicht gesichert. Man kann sie mit bloßem Auge bei genauem Hinschauen oder mit einer Lupe gut erkennen. Bei sehr starkem Befall kann es zur Anämie ("Blutarmut") kommen, auch Juckreiz kommt vor.
Zecken
An Echsen sitzen meistens Zecken der Gattung Ixodidae (Schildzecken), die ein Rückenschild aus Chitin besitzen. Mit dem Haller’schen Organ in den Tarsen des ersten Beinpaares kann die Zecke potenzielle Wirte erkennen. Die Entwicklung der Schildzecken erfolgt über das Ei, ein Larven- und ein Nymphenstadium zum adulten Tier. Nach einer Blutmahlzeit kann die Zecke eine lange Hungerphase überleben, Larven und Männchen einiger Arten kommen ohne Blut aus. Vollgesogene Weibchen können bis zu 3cm lang werden.
Zeckenbefall kann bei Außenhaltung auftreten, scheint in der Chamäleonhaltung aber eine untergeordnete Rolle zu spielen. Bereits festsitzende Zecken kann man vorsichtig per Pinzette oder Zeckenhaken entfernen, danach desinfiziert man die Einstichstelle.
Prophylaxe
Wichtigste Vorsorge für ein parasitenfreies Chamäleon sind die Quarantäne beim Einzug des Tieres sowie regelmäßige Kotproben. Insbesondere bei Wildfängen ist immer mit Parasitenbefall zu rechnen.
Kot und Urat sollte stets aus dem Terrarium entfernt werden (es sei denn, die Entsorgung wird bereits durch den lebendigen Bodengrund übernommen). Im Übrigen ist Hygiene im Umgang mit Reptilien oberstes Gebot, insbesondere wenn mehrere Tiere in einem Haushalt leben (z.B. sollten nicht alle Reptilien mit der gleichen Pinzette gefüttert werden). Grundsätzlich ist zu bemerken, dass Parasiten oft erst durch z.B. Stress zu Erkrankungen führen. Eine optimale Haltung ist also gerade bei Chamäleons die beste Vorsorge.
Kotuntersuchung
Viele Parasitenstadien sind im Kot der Tiere nachweisbar. Eine regelmäßige Abgabe von Kot des Chamäleons zur Untersuchung bei speziellen Labors (z.B. Exomed) oder beim reptilienkundigen Tierarzt ist daher eine sinnvolle Vorsorge. Abgegeben wird möglichst frischer Kot in einem dichten Behältnis. Der Urat (der weiße Teil, der am Kot klebt) muss nicht mit eingesandt werden. Beim Tierarzt kann, sollte kein Kot auffindbar sein, auch eine Darmspülprobe genommen werden.
Wichtig: Wurde nichts im Kot gefunden, bedeutet das nicht automatisch, dass das Tier frei von Parasiten ist! Einige Parasiten(stadien) werden nicht durchgehend über den Kot ausgeschieden. Eine einzige Kotprobe reicht also nicht aus.
Quarantäne
Eine Quarantänezeit sollte für jedes aus fremden Bestand gekaufte Tier eingehalten werden, dessen Parasitenstatus unklar ist. J. D. Mader empfiehlt zur effektiven Quarantäne 12 Wochen in isolierter Einzelhaltung. Dazu sollte ein luftiges Terrarium mit austauschbaren Ästen für das Chamäleon eingerichtet werden, als leicht austauschbarer Bodengrund eignen sich Zeitungen. Die Zeitungen und anfallender Kot werden täglich gewechselt. In Quarantäne befindliche Tiere sollten immer eigene Fütterungsutensilien etc. bekommen, um bereits im Bestand befindliche Tiere nicht mit potenziellen Parasiten zu infizieren. Leben noch mehr Reptilien im Haushalt, sollte das in Quarantäne befindliche Tier in einem Raum ohne andere Reptilien untergebracht werden, der Pfleger sollte sich außerdem nach jedem Kontakt mit dem Tier Hände waschen und desinfizieren.
Während der Quarantäne werden mehrere Kotproben (mindestens drei) abgegeben und das Tier gut beobachtet. Erst wenn alle Kotproben ohne Befund sind, das Tier offensichtlich fit ist, Futter aufnimmt und Kot absetzt, wird das Chamäleon in den "normalen" Bestand überführt.
Quellen
- John Douglas Mader, Reptile medicine and surgery, 2nd edition, Elsevier Inc., Missouri 2006
- Johannes Eckert, Karl Theodor Friedhoff, Horst Zahner, Peter Deplazes ; Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin, 2. Auflage, Enke Verlag, Stuttgart 2005
- Kornelis Biron, Cryptosporidien bei Reptilien, 2009, www.cryptosporidien.de
- Dr. Berenicke Störer – Parasiten bei Reptilien, http://www.reptilien-arzt.de/fileadmin/pdf/parasiten_bei_reptilien.pdf
- Dr. Nikola Pantchev - Vortrag "Parasitenbefall bei Chamäleons" auf der Tagung der AG Chamäleons 2010


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