Krankheiten
Oft hört man den Satz „ein krankes Chamäleon ist ein totes Chamäleon“. Diese Aussage ist wohl daraus entstanden, dass Chamäleons einerseits äußerst empfindliche Tiere sind, die Haltungsfehler sehr schnell übelnehmen, zum anderen aber Symptome sehr spät zeigen, so dass eine Behandlung oft erst im fortgeschrittenem Stadium einer Krankheit erfolgt.
Auch sind die Angaben über die durchschnittliche Lebenserwartung der Tiere wohl auf unzureichende Haltung zurückzuführen, denn in vielen Fällen hat sich herausgestellt, dass die Tiere wesentlich älter werden können als in der Literatur angegeben. Nachfolgend sollen einige Tips bezüglich Symptome, deren Bedeutung und Ursache gegeben werden.
Wichtig
Es sei an dieser Stelle noche inmal ausdrücklich darauf hingewiesen, dass von Selbstdiagnose und Selbstbehandlung abzuraten ist. Wenn der Verdacht auf ein erkranktes Tier besteht, sollte umgehend der Rat eines reptilienkundigen Tierarztes eingeholt werden. Tierärzte in der Nähe findet man im Telefonbuch, auf der Website der AG Amphibien- und Reptilienkrankheiten der DGHT oder bei chamaleons-online im Menü. Die hier angegebenen Beiträge verstehen sich wie alle Beiträge der Wiki ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit!
Auffällige Symptome: mögliche Ursachen:
Haut:
| blasse Farben | Erschöpfung, Winterruhe, Temperatur zu kühl, Häutung steht bevor. |
| dunkle oder helle Hautstellen | Aufregung, Stress, Verbrennungen, (Pilz)Infektion, bei Weibchen: Trächtigkeit |
| Schwellungen | Ödeme, Enzündungen, Organschäden, Gicht, Verletzungen |
| auffällig kräftige Farben über einen längeren Zeitraum hinweg | Stress, Schmerzen |
Verhalten:
| träges, schläfriges Verhalten am Tag | allgemeines Alarmzeichen! -> Schwäche |
| Appetitlosigkeit | Überfütterung, falsche Ernährung, Organerkrankungen, Parasitenbefall. Bei Weibchen: bevorstehende Eiablage |
| auffällig starker Durst | Organschäden, Parasitenbefall |
| Fressen von Erde | Kalziummangel, kann aber auch physiologisch vorkommen. Auf geeigneten Bodensubstrat achten! |
| Treffsicherheit der Zunge ist eingeschränkt | Beleuchtung ungenügend, Vitaminmangel, Schwäche |
| dauerhaftes Sitzen am Boden | zu warm, Kraftlosigkeit. Bei Weibchen: Eiablage steht möglicherweise bevor |
| ständiges „Aufwärmen“ unter der Lampe | zu kühle Haltung oder allgemein Erkrankung |
| Lautes Atmen, Keuchen | Erkrankung der Atemwege (nicht mit Fauchen verwechseln!) |
GliedmaĂźen
| Muskelzittern / Krämpfe / „verbogene“ oder weiche Körperteile (Gliedmassen, Kiefer, Helm) | Kalziummangel/Rachitis |
| Lähmungserscheinungen | Kalziummangel/Rachitis, Organschäden, Brüche, Infektionen |
Körperliche Auffälligkeiten allgemein:
| eingefallene Augen | kurzzeitig: Schutz der Augen vor Gefahr. Im Schlaf normal - anhaltend: Dehydrierung (Wassermangel), allg.Krankheit, Schwäche, Alarmzeichen! |
| Orientierungslosigkeit, Bewegungsstörung (ständiges Danebengreifen etc) | Calciummangel/Rachitis |
| Lähmungen der Zunge | Schussapparat verletzt, Vitamine/Wassermangel. Nach Blutabnahmen kurzfristig normal. Bei Weibchen kurz vor der Eiablage häufig beobachtet |
| Probleme beim Abkoten, Darmvorfall | Verstopfung, Temperatur zu kühl, allg Erkrankungen, falsche Ernährung, Steine/Zweige geschluckt |
| Kraftlosigkeit | allgemeines Alarmzeichen |


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