Thomas Barbour (*19.08.1884 in Martha's Vineyard, Massachusetts,✝08.01.1946 in Boston, Massachusetts) war ein amerikanischer Herpetologe, Zoogeograph und Wohltäter der amerikanischen Herpetologie.
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Kurzbiografie
Sein Vater, Inhaber und Direktor mehrerer Firmen, war ein sehr wohlhabender Mann und so wurde Thomas Barbour's Erbschaft großzügig dafür verwendet, die vielen Ziele seines Lebenswerks zu fördern. Als er den Winter 1898 in Florida und auf den Bahamas verbrachte, um sich von Typhusfieber zu erholen, entwickelte er das Interesse an Reptilien, und den Tropen, welches den Kurs seiner späteren Karriere setzte.
Die Barbours lebten damals in New York City, und Thomas begann bald, eine Sammlung aus konservierten Reptilien anzulegen, welche hauptsächlich aus Kadavern bestand, die er vom Zoo bekam; als er am Harvard College als Student aufgenommen wurde, war die Spende dieser Sammlung seine Eintittskarte zum "Museum of Comparative Zoology". Barbour hat 1906 in Harvard promoviert und danach das Promotionskolleg fortgesetzt (M.A. 1908, Ph.D. 1911), aber um 1910, während er noch Doktorand war, übernahm er von Samuel Garman, der sich damals mehr für Fische interessierte, die Verantwortung für die Amphibien- und Reptiliensammlung des Museums. 1911 wurde Barbour Hilfs-Kurator der Abteilung Reptilien und Amphibien am Museum, und somit begann das schnellste Wachstum dieser großartigen herpetologischen Sammlung. Während seines Anstellung verdreifachte sich die Zahl der Arten; das Ergebnis des eigenen Sammelns in verschiedenen Teilen der Welt und eines energischen Austauschprogramms mit anderen Instituten, aber besonders durch seine persönlichen Ankäufe. Geld, spielte freilich keine Rolle, während jener Tage vor der großen Wirtschaftskrise, und die Ansammlungen häuften sich, obwohl Barbour bis zum Anfang der 1920er Jahre wenig Zeit hatte, sie zu verwalten, und die Sammlung in Unordnung verfiel. Glücklicherweise kam 1924 Hilfe, als Arthur Loveridge als Verwalter eingestellt wurde.
Auf diese Weise, von seinen kuratorischen Aufgaben befreit, haben sich Barbour's Interessen verschoben. 1923 wurde er verantwortlicher Leiter für die Entstehung der Barro Colorado Insel, früher ein bewaldeter Hügel, welche, während der Errichtung des Panamakanals, im Gatúnsee entstand. Barbour erkannte das Potential dieser Insel, auf der heute das Smithsonian Tropical Research Institute stationiert ist, für Forschungszwecke. Er hat persönlich die Bananenzüchter ausbezahlt, den ersten Oberaufseher (James Zetek) eingestellt und unter seiner Aufsicht wurde das erste Laborgebäude errichtet. Barbour machte als Leiter des Projekts bis 1945 weiter.
Ein weiteres von Barbour's Interessen, war die einheimische Entwicklung von Schlangen Antiseren, welche zu dieser Zeit in den Vereinigten Staten nicht existierte. Folglich wurde 1926, von Barbour, Raymond L. Ditmars und anderen Amerikanern, das "Antivenin Institute of America" gegründet. Diese Organisation, welche eine Giftschlangen Serpentarium in Honduras und eine Antiserum herstellendes Labor in Pennsylvania beinhaltet, war auch Herausgeber des kurzlebigen Journals "Bullentin of the Antivenin Institute of America" (1927-1932, nachgedruckt 1973), welches von Barbour finanziert und co-editiert wurde.
1927 hat Barbour die Nachfolge von Samuel Hershaw als Direktor des "Museum of Comparative Zoology" angetreten und bis zu seinem Lebensende behalten. Er unterstützte Museumsprojekte von seinem eigenen Kapital und hat eigentlich nie ein Gehalt bezogen. Während seiner langen Amtszeit an der Universität hatte er zahlreiche Studenten unterrichtet. Viele Herpetologen, darunter Archie F. Carr, P. E. P. Deraniyagala, Emmett R. Dunn, und G. Kingsley Adligen, haben ihre Berufe unter seiner Leitung begonnen und auch viele nicht Herpetologen haben von seinem Rat und finanzieller Unterstützung profitiert.
Trotz seines ganzen Einfluss im Feld, war seine eigene Forschung eher weitschweifig und oberflächlich. Sein Hauptinteresse galt der Systematik und der Zoogeografie, besonders der Inselfaunen, über die er bedeutende Beiträge schrieb. Seine ersten beiden Monographien umfassten die Amphibien und Reptilien der ost- und westindischen Inseln (1912, 1914) und der größte Teil seiner mehr als 200 herpetologischen Titel (während den Jahren 1901-1946) befasste sich mit diesen Inseln, ein Gebiet, für das sich Harvard's Herpetologen, beginnend mit Samuel Garman, lange interessierten. Die Studie von Echsen der Gattung Anolis und Sphaerodactylus war Barbour's besonderer Liebling. Zusätzlich zu Westindien schloßen seine anderen Interessen die Gebiete Ostasien und den Pazifik, Zentral- und Südamerika und Afrika ein.
Beschriebene Chamäleonarten
valide Arten
- Kinyongia excubitor (BARBOUR, 1911)
synonyme Arten
- Chamaeleo angusticoronatus (BARBOUR, 1903) syn. Chamaeleo dilepis dilepis
- Chamaeleon macrorhinus (BARBOUR, 1903) syn. Calumma boettgeri
Ihm zu Ehren benannte Reptilienarten
- Adenorhinos barbouri (LOVERIDGE, 1930), Uzungwe Mountain Bush Viper
- Ameiva taeniura barbouri (COCHRAN, 1928), Hispaniolan blue-tailed ameiva, Haitian Ameiva
- Amphisbaena barbouri (GANS & ALEXANDER, 1962), Cuban Worm Lizard
- Anolis barbouri (SCHMIDT, 1919), Hispaniolan hopping anole
- Aristelliger barbouri (NOBLE & KLINGEL, 1932), Striped Caribbean Gecko
- Bachia barbouri (BURT & BURT, 1931), Barbour's Bachia
- Basiliscus basiliscus barbouri (RUTHVEN, 1914), Helmbasilisk
- Celestus barbouri (GRANT, 1940)
- Cerrophidion barbouri (DUNN, 1919), Barbour's Montane Pit Viper
- Cnemaspis barbouri (PERRET, 1986), Barbour's Gecko
- Epicrates cenchria barbouri (STULL, 1938), Regenbogenboa
- Eremias argus barbouri (SCHMIDT, 1925), Mongolia Racerunner
- Graptemys barbouri (CARR & MARCHAND, 1942), Barbour's Map Turtle
- Hemidactylus squamulatus barbouri (LOVERIDGE, 1942), Tornier's Leaf-toed Gecko
- Masticophis aurigulus barbouri (VAN DENBURGH & SLEVIN, 1921), Baja California Striped Whip Snake
- Phelsuma barbouri (LOVERIDGE, 1942), Barbour's Day Gecko
- Plestiodon barbouri (VAN DENBURGH, 1912), Barbour's Eyelid Skink
- Pseudogonatodes barbouri (NOBLE, 1921), Barbour's Clawed Gecko
- Rhabdophis barbouri (TAYLOR, 1922), Barbour's Water Snake
- Scincella barbouri (STEJNEGER, 1925), Barbour's Ground Skink
- Sistrurus miliarius barbouri (GLOYD, 1935), Zwergklapperschlange
- Sphenomorphus florensis barbouri (DUNN, 1927)
- Trimetopon barbouri (DUNN, 1930), Barbour's Tropical Ground Snake
- Tropidophis canus barbouri (BAILEY, 1937), Bahama-Zwerg-Boa
Literatur
- Barbour, T. (1903). Two new species of Chamaeleon. Proc. Biol. Soc. Washington 16:61-62
- Barbour, T. (1911). A new race of chameleon from British East Africa. Proc. Biol. Soc. Washington: 219- 220.
- Barbour, T. (1918). Vertebrata from Madagascar. Amphibia and Reptilia. - Bull. Mus. comp. Zool., Harvard 61(14): 479-489
- Barbour,T. & Loverige, A. (1928). A comparative study of the herpetological fauna of the Uluguru and Usambara mountains, Tanzania Territory with descriptions of new species. Mem. Mus. comp. Zool. Cambridge (Massachusetts), 50 (2): 85-265
- Barbour,T. & Loverige, A. (1929). Typical Reptiles and Amphibians. - Bull.Mus. comp. Zool., Harvard 69: 205-360
- Barbour,T. & Loverige, A. (1930). Reptiles and Amphibians from the central African lake region. - In:STRONG (ed.): African Republic Liberia and the Belgian Congo. - Cambridge,Mass.:786-796
- Barbour,T. & Loverige, A. (1946). First supplement to the typical Reptiles and Amphibian. - Bull. Mus. comp. Zool., Harvard 96(2):59-214
Links
The Reptile Database/BARBOUR 64 Arten


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