Trioceros cristatus ( Kammchamäleon )
Familie: Chamäleons (Chamaeleonidae)
Unterfamilie: Echte Chamaeleons (Chamaeleoninae)
Gattung: Triceros
Untergattung:
Art: cristatus
Unterart:
Deutsche Bezeichnung: Kammchamäleon
Trioceros cristatus
Erstbeschreiber: Stutchbury 1837
diese Art unterliegt dem Washingtoner Artenschutz-Abkommen II, Anhang B!
Erwerb und Abgabe sind daher meldepflichtig.
Weitere Hinweise dazu bitte bei den verlinkten Artikeln Gesetze und Meldepflicht nachlesen!
Inhaltsverzeichnis |
Allgemein
Trioceros cristatus gehört zu dem sogenannten Cristatus-Komplex zum dem auch weitere Arten gehören.
Weitere Arten aus dem Cristatus-Komplex sind z.B.:
- Trioceros quadricornis
- Trioceros wiedersheimi
- Trioceros montium
- Trioceros eisentrauti
- Tricoeros camerunensis
Beschreibung
Trioceros cristatus gehört zu den mittelgroßen Chamäleons. Weibchen erreichen eine Gesamtlänge von etwa 28cm und Männchen bleiben mit maximal 26cm etwas kleiner. Beide Geschlechter haben einen bis zu 3cm hohen Kamm auf dem Rücken, der jedoch bei weiblichen Tieren nicht so stark ausgeprägt ist, wie dies bei Männchen der Fall ist. Der Rückenkamm besteht aus einem Hautlappen der von zwei Knochen gespannt wird. Im Gegensatz zu anderen Chamäleonarten ist der Schwanz deutlich kürzer als die Körperlänge. Am Schwanzansatz befindet sich bei beiden Geschlechtern ein kleines Schwanzsegel, welches jedoch bei männlichen Tieren stärker ausgebildet ist.
Die Farben bei männlichen Kammchamäleons variieren zwischen Rot-, Grau-, Braun-, Schwarz- und Weißfarbtönen. Die Krone des Helmes leuchtet meist in einem blauvioletten Farbton. Weibliche Tiere sind hingegen grün gefärbt. Einige wenige schwarze Musterungen sind jedoch häufig zu sehen.
Verbreitungsgebiet
Trioceros cristatus stammt aus Westafrika und ist in Kamerun, Guinea, Kongo, Gabun, Äquatorial Guinea, Togo, Zentralafrika und Fernando Po Island beheimatet.
Das Klima im natĂĽrlichen Lebensraum ist feuchtwarm, mit kĂĽhlen Nachttemperaturen. Tricoeros cristatus wurde bereits im Tiefland wie auch im Hochgebirge vorgefunden.
Haltung im Terrarium
Kammchamäleons werden vom Autor als Paar in einem Terrarium mit den Maßen 100cm x 60cm x130cm untergebracht. Die Wände des Terrariums wurden mit Presskorkplatten verkleidet. Der Vorteil hierbei ist das diese Korkplatten sehr gut die Feuchtigkeit speichern. Eine gute Belüftung des Terrariums ist für diese Chamäleonart von großer Bedeutung, jedoch muss gleichzeitig eine hohe Luftfeuchtigkeit gewährleistet sein. Der Deckel vom Terrarium sollte komplett aus Gaze sein und in der Front ist eine Lüftung von 100cm x 10cm eingebaut. Das Terrarium sollte unbedingt dicht bepflanzt werden um ein humides Klima zu erzeugen. Als Bodengrund kann gewöhnliche Blumenerde verwendet werden.
Die richtige Wahl der Beleuchtung ist beim Kammchamäleon nicht leicht. Wenn zu helle Lichtquellen gewählt werden halten sich die Tiere nur im unteren Bereich des Terrariums auf. Ich habe mein Terrarium mit HQL Lampen sowie einer T5 Leuchtstoffröhre beleuchtet. Bei Bedarf kann man noch einen leichten Wärmespot hinzufügen. Die Temperaturen im Terrarium liegen am Tag bei 20°C – 26°C und Nachts bei 16°C – 18°C. Eine kühlere Haltung stellte sich als sehr sinnvoll raus. Die Tiere fressen und wachsen bereit bei deutlich niedrigeren Temperaturen. 20°C am Tag sollten jedoch nicht unterschritten werden. Der wichtigste Faktor ist jedoch die Einhaltung einer konstant hohen Luftfeuchtigkeit verbunden mit viel Flüssigkeitsgaben. Meine Tiere werden mindestens 2x pro Woche zusätzlich mit einer Pipette getränkt. Wird es im Terrarium zu trocken werden die Tiere sehr träge und schließen auch die Augen. Wird die Luftfeuchte wieder erhöht „erwachen“ die Tiere wieder. Daher sollte das Terrarium etwa dreimal am Tag überbraust werden.
Das Nahrungsangebot sollte wie bei anderen Chamäleonarten auch sehr abwechslungsreich gestaltet werden. Es werden mit Ausnahme von Mittelmeergrillen, die wegen ihrer schwarzen Färbung nicht gefressen werden, nahezu alle Futterinsekten angenommen. Besonders bevorzugt werden jedoch Stubenfliegen. Die adulten Tiere sollten alle 2-3 Tage Futter bekommen. Wichtig ist nach meiner Erfahrung, die Futtertiere bei Montanchamäleons nicht zu häufig mit Mineralpräperaten wie z.B. Korvimin zu bestäuben. Dies kann bei diesen Arten schnell zu Organschäden führen. Jungtiere hingegen können so viel Futter bekommen wie sie mögen. Bei Jungtieren und trächtigen Weibchen ist besonders auf eine ausreichende Calziumversorgung zu achten, die zum Wachstum und zur Eierbildung sehr wichtig ist.
Verhalten im Terrarium
Tricoeros cristatus kann durchaus als eine sehr ruhige Art bezeichnet werden. Oft sitzen die Tiere lange Zeit an Ihrem Lieblingsplatz. Nach der Morgendlichen Aufwärmphase kann man jedoch gut beobachten wie die Tiere auf der Suche nach Nahrung durch ihr Terrarium streifen. Oft schon wurde in der Literatur beschrieben das sich die Tiere in den Bodengrund Löcher graben und sich in diese zur Jagt von Insekten hinein legen. Dies könnte jedoch auch der Klimaregulation dienen. Da ich meine Tiere recht kühl halte, konnte ich dieses noch nicht beobachten, was eher dafür spricht dass das oben beschriebene Loch graben der Klimaregulierung dient. Auffällig ist das Kammchamäleons vor dem schießen eines Futtertieres kräftig mit Ihrem Kopf wackeln. Vermutlich dient dies dazu, die Insekten dazu zu bringen sich kurz zu bewegen um das Insekt besser erkennen zu können.
Verpaarung
Da die Tiere bei mir Dauerhaft Paarweise gehalten werden musste ich die Tiere nicht zur Paarung zusammensetzen. In Regelmäßigen abständen balzt das Männchen das Weibchen mit Kopfnicken an und zeigt ihr dabei seine schönsten Farben. Ist das Weibchen nicht paarungsbereit färbt es sich schwarz und deutet ihre Missstimmung mit kräftigem querwackeln an. Ist das Weibchen paarungsbereit kommt es zur Verpaarung. Die Paarung wiederholt sich an mehreren Tagen.
Auch während der Trächtigkeit hielt ich die beiden Geschlechter ohne Probleme gemeinsam in einem Terrarium. Nach einer Tragedauer von 3,5 Monaten legte das Weibchen ihr aus 15 Eiern bestehendes Gelege in dem feucht gehaltenen Terrarienboden ab. Die Eier wurden anschließen aus dem Terrarium entnommen und in anfangs sehr feuchtes Vermiculite jeweils zu sechs Eiern in Heimchendosen übergeführt. Das Substrat wurde während der gesamten Inkubationszeit stetig nachgefeuchtet und erst gegen Ende der Inkubation wurde es trockener gehalten. Die Temperaturen bei der Inkubation lagen am Tag bei 20-23° mit einer Nachtabsenkung auf etwa 18°C. Dadurch das die Eier nicht in einem Inkubator sondern im Terrarienzimmer inkubiert wurden, gab es keine konstante Temperatur. Nach etwa 270 Tagen schlüpfe dann das erste Jungtier. Die Gesamtlänge beim Schlüpf beträgt 6,5cm. Was sehr interessant und auffällig ist, ist das der Schwanz bei Jungtieren im Verhältnis zum Körper deutlich länger ist als das bei adulten Tieren der Fall ist. Die kleinen Kammchamäleons werden in kleinen Gruppen, in kleinen aber gut belüfteten Terrarien bei Zimmertemperatur aufgezogen. Gefressen werden zunächst nur Fruchtfliegen. Nach einer Woche kann man dann Microheimchen anbieten. Nach etwa 8 Wochen lassen sich auf Grund des Rückenkamms und der Färbung der Tiere bereits erste Tiere geschlechtlich bestimmen. Die Tiere haben dann eine Gesamtlänge von 8cm. Eine hohe Luftfeuchte und viel Wassergabe ist auch bei den Nachzuchten sehr wichtig.
Eine erneute Verpaarung der adulten Tiere erfolgte acht Wochen nach der Eiablage.


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