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Trioceros montium

Trioceros montium ( Bergchamäleon )

Männchen
Weibchen
Taxonomie

Familie: Chamäleons (Chamaeleonidae)
Unterfamilie: Echte Chamaeleons (Chamaeleoninae)
Gattung: Trioceros
Untergattung:
Art: montium
Unterart:
Deutsche Bezeichnung: Bergchamäleon

Wissenschaftlicher Name

Trioceros montium

Erstbeschreiber: BUCHHOLZ 1847

Schutzstatus

ChamAnhB.GIF diese Art unterliegt dem Washingtoner Artenschutz-Abkommen II, Anhang B!
Erwerb und Abgabe sind daher meldepflichtig.
Weitere Hinweise dazu bitte bei den verlinkten Artikeln Gesetze und Meldepflicht nachlesen!


Trioceros montium gehört mit einer Gesamtlänge von bis zu 25 cm zu den mittelgrossen Arten. Es bewohnt die Bergebiete Kameruns in einer Höhe zwischen 500-1200 m. Auch wenn das Bergchmäleon als Montanart gehandelt wird, ist es doch auf Grund der Höhen- und Temperaturangaben im natürlichen Habitat dieser Tiere als submontane Art anzusehen. Die wohl markantesten Erkennungsmerkmale des Bergchamäleons sind die beiden aus den Rostralleisten austretenden, parallel wachsenden echten Hörner, so wie ein gewelltes Segel auf Schwanz und Rücken. Die vereinzelt vorkommenden vergrösserten, runden Plattenschuppen runden die Unverwechselbarkeit ab. Diese können sich je nach Farbvariante eher in ein türkis-blau, oder helles weiss verfärben. Weibchen hingegen sind ohne Hörner und ohne Segel ausgestattet und werden nur bis max. 20 cm gross. Das Farbenkleid von Trioceros montium ist grundsätzlich mit helleren und dunkleren Grüntönen versehen. Nach längeren Aufwärmphasen aber, kann die Farbe in ein türkises Grün-Blau umspringen. Männchen tragen auf der Flanke einen abgesetzten Streifen, der sich meist bei Erregung gelblich verfärbt. Die Interstitialhaut bei den Weibchen an der Flanke (s. Foto) kann rot erscheinen.

Es gibt zwei Farbvarianten. Eine blau-tĂĽrkise und eine weiĂźliche.

Inhaltsverzeichnis

Verbreitung und Lebensraum

Trioceros montium ist in den Montanwäldern der Bergregionen Kameruns ansässig. (Manengouba Mts., Mt. Kamerun, Mt. Kupe, Rumpi Hills und Provinz Mamfe) In Höhenlagen zwischen 500-1200 m zeichnet sich das Klima als feucht und niederschlagsreich aus, Es herrschen grundsätzlich Luftfeuchtigkeitswerte zwischen 80 – 100 %. Die Temperaturen erreichen hier Werte bis 30 ° C, bei einer Nachtabsenkung bis auf 15 ° C. In ihrem natĂĽrlichen Habitat sind sie auf kleinen Bäumen, Sträuchern am Waldrand, sowie auch in hohen Gräsern zu finden.

Zur Klimakarte

--F.Pohl 00:58, 29. Feb 2008 (CET)

Haltung im Terrarium

Vorab muss erwähnt werden, dass es immer mehrere Lösungsansätze gibt ein Tier, in diesem Falle Trioceros montium, zu halten. Die folgenden Angaben richten sich nach den persönlichen Erfahrungen des Verfassers.

Diese Art gilt generell als eher scheu und lichtempfindlich. (Necas 2001, eigene Erfahrung F.Pohl 2008) Durch ihre geringe innerartliche Aggresivität ist es möglich die Tiere paarweise zu halten. Necas errechnet in seiner Literatur das Mindestmaß für Terrarien im Verhältnis zur Kopf-Rumpf-Länge (KRL) wie folgt:

Kürzere Kante der Grundfläche (cm): 3 x KRL

Längere Kante der Grundfläche (cm): 4 x KRL

Höhe (cm): 6 x KRL

Wenn man also davon aus geht, das Trioceros montium ohne Schwanz ungefähr 10-15 cm lang ist, ergibt sich daraus ein Terrarium mit den Maßen von

40-60 cm X 30-45 cm X 60-90 cm (BTH)

Also wäre hier ein Minimalmaß von 40x30x60 cm, wobei diese Dimensionierung doch recht klein erscheint, auch wenn Trioceros montium nicht die aktivsten Chamäleons sind. Der Verfasser hält ein Paar in einem 70x50x90 cm grossem Becken. Einzeln in 50x50x80 cm grossen Becken. Die Becken sollten grosse Lüftungsflächen besitzen. Der Deckel so wie 1/3 einer Seite sollte aus Drahtgaze bestehen. Die andere Seitenwand und die Rückwand sind mit Korkplatten aus dem Terraristikfachhandel verklebt. (auf Messen für 5 € zu haben)

Montium portrait.jpg

Üppige Bepflanzung, bestehend aus Ficus benjamini, Efeutute und andere dicht wachsende Pflanzen, sowie schmale Kletterstöcke runden das Bild der Einrichtung ab.

Als Bodengrund kann man Waldboden verwenden, da dieser positive Eigenschaften für das Terrarienklima mit sich bringt (siehe auch Beimpfter (lebendiger) Bodengrund ) und sich Trioceros montium in der Natur auch gerne im Boden vergräbt. Allerdings ist zur Zeit noch nicht geklärt ob dieses "verbuddeln" zur eigenen Thermoregulation, oder anderen Zwecken dient.

Darunter befindet sich eine Schicht Blähtonkugeln als Drainage.


Generell sollten die Temperaturen um die 25 - 27 ° C, bei einer Nachtabsenkung auf wenigstens 18-19 ° C. Ein lokaler Aufwärmspot mit 30 ° C kann auch geboten werden. Im Necas findet man die Angabe, das auch eine Nachtabsenkung auf Zimmerniveau ausreichen soll, mit der gleichzeitigen Empfehlung von Temperaturen um die 15 ° C.

Seitenansicht.jpg

Die Terrarien des Verfassers stehen in einem Kellerraum, deshalb sind sie auch ganzjährlichen Schwankungen ausgesetzt. Im Sommer kühlt die Temperatur auf 16-19 ° C ab. Im Winter werden des nachts sogar Temperaturen um die 9 - 10 ° C erreicht und mühelos überstanden. Im Durchschnitt kommt es in diesem Terrarienraum zu einer Nachtabsenkung um die 15 ° C . Beleuchtet werden die Becken mit einem 70 W HQI Strahler (NDL), der direkt über der Drahtgaze plaziert ist. An milderen Tagen sind somit unter dem Strahler Werte um die 24-26 ° C messbar gewesen. An kalten Tagen kann zusätzlich ein 75 W Halogen Spot dazu geschaltet werden, welcher in einem Intervall von 45 min. am Morgen, 1 ½ Stunden in der Mittagszeit und 45 min. am Spätnachmittag, per Zeitschaltuhr gesteuert wird, um das Becken zusätzlich aufzuwärmen, da sonst nur Werte um die 20-22 ° C messbar waren. Auf den Becken liegt noch jeweils eine 13 W T5 Leuchtstoffröhre zur zusätzlichen Ausleuchtung.

Lichtscheu erscheinen die Tiere jedenfalls nicht, allerdings wird nach längerer Bestrahlung und Aufenthalt im Lichtkegel das Unterholz aufgesucht. Sonnenplätze werden in den frühen Morgen- und Abendstunden aufgesucht.
Seitenansicht2.jpg

An die Becken ist ein Regenanlage von E.N.T. angeschlossen, welche im Winter 3 x tgl. und im Sommer bis zu 5 x tgl. die Becken in Intervallen zwischen 20 – 50 sec. überbraust. (In den Monaten Dezember bis März versuche ich die „ grosse Trockenzeit“ aus dem natürlichen Habitat zu immitieren, während dieser es allerdings trotzdem häufig regnet)

--F.Pohl 00:59, 29. Feb 2008 (CET)

Ernährung

Bergchamäleons zeichnen sich nicht als besondere Gourmets aus. Sie fressen alles was sie bewältigen können. Allerdings haben sie eine Vorliebe für raupenähnliche Futtertiere wie z.B. Wachsmaden. Meine Tiere bekommen ein breit gefächertes Angebot an Futterinsekten (Heimchen, kleine Heuschrecken, Grillen, Wachsmaden, Fliegen…u.s.w.) Alle Futtertiere werden vor der Verfütterung gehaltvoll ernährt und somit entsprechend aufgewertet. (Siehe auch gutloading)

Supplementiert wird mit Korvimin ZVT + Reptile, eine zerkleinerte, beigegebene Tablette Vigantolette, sowie zerriebene Sepiaschalen. Auf eine reichliche Wasserversorgung ist zu achten. Meine Tiere lecken gerne Wassertropfen von den Blättern, nachdem die Regenanlage gesprüht hat. Necas empfiehlt eine 2-3 x wöchentliche Tränkung per Pipette. Das funktioniert bei meinen Bergchamäleons allerings nicht. Dafür scheinen sie zu scheu. Eine zusätzliche Tropftränke ist installiert.

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--F.Pohl 00:59, 29. Feb 2008 (CET)

Fortpflanzung

Im Terrarium ist eine ganzjährige Verpaarung möglich. Ansonsten findet die Paarungszeit nach der grossen Trockenzeit statt. s.o.

Zur Fortpflanzung wird das Weibchen zum Männchen gesetzt, sofern man beide nicht zusammen hält. Ein paarungsbereites Weibchen zeigt sich in einem hellen kräftigen grün. Sie lässt das Mänchen auf sich zukommen, oder läuft nur langsam weg. Mit kopfnickenden Bewegungen nähert sich das Männchen, bis es letztendlich auf den Rücken des Weibchens steigt und es zur Kopulation kommt. In der Regel sind Weibchen oft mehrere Tage hintereinander paarungsbereit. Ein nicht paarungsbereites Weibchen verfärbt sich dunkel und droht dem Männchen mit geöffnetem Maul, sowie mit starken Schaukelbewegungen. Ignoriert das Männchen diese Warnzeichen, kann es auch vorkommen, dass das Weibchen das Männchen mit Bissen attakiert.

Nach einer Tragezeit von 2 Monaten legt das Weibchen 5-12 Eier, in den leicht feuchten Untergrund ab. Meistens aber 7-8.

Die Eier werden aus dem Becken seperiert und in präparierte, zu 2/3 gefüllt mit Vermiculite Tupperware-Dosen gebettet und im vorbereiteten Inkubator untergebracht. Optimale Zeitigungstemperaturen scheinen um die 25-26° zu liegen, bei einer Nachtabsenkung wie bei der Haltung der Elterntiere, also 16-19°. So schlüpfen nach einer Inkubationszeit von 3-4 Monaten die ersten kleinen Montium-Babys. Ein Schlupf kündigt sich mit beginnendem Schwitzen und dem Zusammenfallen des Eies an.

Aufgezogen werden die Jungtiere entweder einzeln, in kleinen für sie vorbereiteten Becken, oder in Gruppen, was bei diesen vergleichsweise eher kleinen Gelegen durchaus möglich ist. Beleuchtet werden die Aufzuchtbecken nur mit einer Neonröhre, oder einer UV.Kompakt-Lampe (Acardia D³) da unbedingt darauf zu achten ist, dass die Temperaturen nicht über 23-25° steigen. Alle Temperaturen darüber hinaus würden auf Kurz oder Lang den Tot der Jungtiere bedeuten. Ernährt werden die Jungtiere in der Anfangszeit mit Drosophilas und Microheimchen (auch hier ist auf eine gut durchdachte Supplementierung zu achten). Ihren Durst stillen die Tiere indem sich nach der Befeuchtung das Tropfwasser von Blättern, oder Einrichtungsgegenständen aufnehmen.

Bei guter Ernährung wachsen die Jungtiere des Bergchamäleons schnell herran.

Literatur

Chamäleons, bunte Juwelen der Natur. Handbuch der modernen Chamäleonologie

Chamäleons. Drachen unserer Zeit

Chamäleons

Chamaeleo - Ausgabe 31 - Haltungsbericht Ch. (t.) montium

Quellen

Falko Manuel Pohl

Siehe Literaturangaben

Weblinks

Ă–ffentliche Gallery des Verfassers

Adcham - Englische Seite mit Beschreibung und Gallery von Ch.(t.) montium

chamaeleon-news.de - Gallery Ch. (t.) montium