Bei einem höheren Bedarf an Futterinsekten, und den Wunsch, unabhänging von eine Futtertierlieferanten zu sein, bietet sich eine eigene Futtertierzucht regelrecht an. Viele Futterinsekten lassen sich ohne großen Aufwand nachzüchten.
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Allgemeine Tipps zu Futtertierzuchten
Einige Futtertierzuchten sind nicht geräuscharm. So sollte man sich gut überlegen, ob es ratsam ist, Heimchen (Acheta domestica) oder andere Grillen in einer Mietwohnung zu züchten.
Generell sollte man immer auf dichtschließende Behälter achten, da manche Insekten auch durchaus Schädlingspotential besitzen können. Es ist ratsam, bei diesen Insekten größte Vorsicht walten zu lassen, oder ganz auf sie zu verzichten.
Die Zuchtbehälter sollten alle ausreichend hoch sein, und aus einem Material bestehen, das die Tiere nicht zerfressen können. Sehr gut eignen sich Plastikboxen aus dem Baumarkt, zum Beispiel von den Firmen Rotho oder Curver. Auch ausgediente kleinere Aquarien lassen sich sehr gut zu Futtertierzuchtbehältern umbauen. Der Deckel sollte zu einem großen Teil aus Alu-Gaze bestehen, damit auch eine ausreichende Luftzufuhr gewährleistet ist. Andere Gazearten (Plastik, Fiberglas) werden von vielen Insekten schnell zerfressen.
spezielle Tipps
Jede Futtertierart benötigt ihre eigenen speziellen Zuchtvorraussetzungen. Folgende Artikel oder Kurzbeschreibungen sollen einen kleinen Überblick dazu geben. Weiterführende Infos findet man im Forum oder in den unten gelisteten Büchern.
Mehlwürmer
Mehlwürmer, Zoophobas und Schimmelkäferlarphen (Buffalowürmer) sind die wohl am einfachst zu züchtenden Arten. Einfach eine kleine Faunabox ein paar Zentimeter mit Haferflocken oder Matzinger Vollkornhundefutter füllen, Larven rein, ein paar Eierpappkartons oder Klopapierrollen rein. 2x die Woche gerade soviel Feuchtfutter (Obst/Gemüse) wie die Larven an 1 Tag wegfressen können (sonst Milbengefahr) Und nach wenigen Wochen hat man die ersten schwarzen Käfer. Diese legen kleinste Eier ins Substrat aus denen nach wenigen Wochen winzige neue Larven entwickeln. Die Box sollte bei 25-30°C und trocken stehen. Das wars auch schon. Sollten mal keine Larven in der Box sein, einfach abwarten, es schlüpfen in kurzer Zeit wieder welche nach. Die Zucht läuft fast von allein.
Heimchen, Grillen
Steppengrillen: Diese Grillen sind im Vergleich zu anderen Arten relativ leise, können aber bei einer hohen Zahl an Männchen im Behälter trotzdem beachtlich zirpen. Vorteil dieser Art ist allerdings, dass sie sich in der Wohnung in der Regel nicht weiter vermehrt und nach einiger Zeit eingeht, sollte mal ein Tier ausbrechen.
Als Bodengrund kann man z.B. einfache Walderde nehmen, zum Klettern eignen sich Rindenstücke oder hochkant gestellte Eierkartons. Möchte man keinen Nachwuchs, sollte man den Behälter so trocken wie möglich halten. Die Weibchen geben die Eier mittels ihres Legestachels in den Bodengrund ab. Ist dieser feucht, schlüpfen nach einiger Zeit Microgrillen (die Größe ist nicht zu unterschätzen! Sie passen wirklich durch nahezu jede Gaze und klettern auch an den Silikonverbindungen der Glasbecken hoch). Möchte man die Tiere züchten, stellt man am besten eine Heimchenbox mit einem feuchten Substrat (z.B. Erde) in das Becken, die man wöchentlich einmal herausnimmt und in wirklich dichte Behälter zur Aufzucht der Grillen umsetzt. An Futter eignet sich für Steppengrillen z.B. Karotte, Gurke, Apfel, Kartoffeln, Blütenpollen, Gräser, Wurzeln oder Löwenzahn. Sinnvoll ist es, das Futter immer auf einem kleinen Teller o.ä. in das Becken zu geben, um Schimmel an den Eierkartons durch kleben gebliebene Reste zu vermeiden. Eine Umgebungstemperatur von 25 bis 30 ° C ist optimal, Steppengrillen kann man aber auch bei normalen Zimmertemperaturen halten und züchten.
Zur Entnahme der Grillen aus der Box kann man eine große Tasse leicht schräg an einen Eierkarton legen und ein Stück Futter hineingeben. Die Grillen rutschen in die Tasse und kommen nicht mehr so leicht heraus und können dann samt Tasse entnommen werden. Bei ruhigem Händeln springen die Grillen nur selten. Bei starkem Überbesatz eines Beckens kann es zu Kannibalismus unter den Grillen kommen.
Argentinische Schabe
Die argentinische Schabe (Blaptica dubia) halte ich in einer 40x35x25 großen Plastikbox, ähnlich der Curver-Boxen. Zur Belüftung habe ich den kompletten Deckel, so wie 2 ca 10x10cm große Löcher aus der Box ausgeschnitten und mit Heißkleber Gaze über die Öffnungen gespannt. Zahlreiche aus dem Wald gesammelte Rindenstücke dienen zum Klettern und Verstecken. Eierkartons kann man auch verwenden, diese werden jedoch von den Schaben angefressen, und landen so auch in dem Magen der Chamäleons. Die Zuchtbox der Schaben steht in einer Styroporbox (siehe allgemeines zum Futter) in der Temperaturen von ca 26-29°C herrschen. Die Schaben werden mit frischem Obst und Gemüse wie dünnen Möhrenscheiben, Mandarinen, Gurke, etc. Auf die Fütterung von Fisch- und Hundefutter, sowie Hafer-, Weizenkleie und Co verzichte ich gänzlich damit keine ungewollten Inhaltsstoffe im Magen des Chamäleons landen.
Wenn man eine neue Schabenzucht anfängt, sollte man mit etwa 20 adulten und ca 80 Tieren in verschiedenen, kleineren Stadien starten und die ersten Monate keine verfüttern.
Grüne Schabe
Die grüne Schabe (Panchlora nivea) ist in der Zucht nicht so einfach wie andere Arten, wird aber gerade von Chamäleons sehr gerne angenommen, da sie sich sehr schnell bewegt und zudem noch einen recht weichen Körper hat.
Grüne Schaben kann man in Glasbecken mit Gazedeckel gut pflegen. Der Deckel muss unbedingt dicht schließen, da die Tiere Glasläufer und adult flugfähig sind und durch fast jede Ritze passen. Als Bodengrund eignet sich einfache Walderde, auf die man einige Rindenstücke legt. Die Erde sollte mindestens 10cm tief sein, damit die Zucht gut läuft. Der Behälter sollte den Tieren außerdem ein wenig Luftraum zum Fliegen lassen. Sehr wichtig bei den grünen Schaben ist, dass sie ein stets feuchtes Klima benötigen. Bei zu trockenem Bodengrund sterben die Tiere recht schnell (was aber den Vorteil hat, dass sie sich in der Wohnung in der Regel nicht vermehren können, sollte mal ein Tier ausbrechen). Außerdem vermehren sie sich bei Temperaturen über 25°C stärker als bei normalen Zimmertemperaturen (ein 40W-Spot als Wärmequelle sollte für ein Becken genügen). Als Futter kann man den grünen Schaben süße Säfte, Honig, zerdrückte Bananen, Erdbeeren, Birne, Wassermelone, Orange, Pfirsich, Karottenstreifen, Kandiszucker, Blütenpollen und überreife Früchte (bevorzugt) oder Apfelmus anbieten. Die adulten Tiere sind grün-weißlich, die Weibchen haben einen dickeren und runderen Körper als die Männchen. Die Jungtiere sind klein und braun.
Heuschrecken
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Stabschrecken
Die gängigen Stabschrecken-Arten eignen sich außer der Haltung als Schautiere auch gut zu Verfütterung an Chamäleons. Allerdings nimmt nicht jedes Chamäleon sie gerne, da die Stabschrecken sich sehr langsam bewegen und oft erst nach Anstupsen vom Chamäleon in der Bewegung erkannt werden.
Das Becken für die Stabschrecken sollte mindestens so hoch sein, dass die Tiere sich problemlos häuten können (also mindestens die doppelte Körperlänge eines ausgewachsenen Tieres). Vom Klima sind sie recht anspruchslos, Zimmertemperatur und -beleuchtung reichen ihnen aus. Man kann täglich mit etwas Wasser sprühen, sie überleben aber auch bei trockenerer Haltung. Als Bodengrund kann man Walderde, Zewa-Tüchter, Sand oder einfach gar nichts benutzen (wenn man Eier absammeln will, empfiehlt sich heller Sand oder Zewa). Als Futter und Einrichtung können Brombeer- oder Himbeeräste mit Blättern geschnitten werden. Stellt man die Äste in ein mit Wasser gefülltes Marmeladenglas (oben für eine Abdeckung sorgen, damit kein Tier ertrinkt!), halten sie bis zu zwei Wochen. Die adulten Stabschrecken legen je nach Art sehr fleißig Eier, die ohne weitere Maßnahmen nach einigen Wochen schlüpfen.
weiterführende Literatur
- "Futtertierzucht" von Friedrich/Volland - DATZ Verlag, ISBN 3-8001-7382-4
- "Praxis Ratgeber-Futtertiere" von F.Bruse/M.Meyer/W.Schmidt - Edition Chimaira, ISBN 3-930612-65-8
Links
Anleitung zur Zucht der Argentinischen Schaben (Blaptica Dubia)
Anleitungen zur Zucht von Grillen und Heimchen, Schaben, Heuschrecken und Mehlwürmern
Ausführliche Anleitung zur Zucht der Ägyptischen Wanderheuschrecke (Locusta migratoria)


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